Hochwirksame und schwer nachweisbare Gifte, die von Geheimdiensten eingesetzt werden, könnten zu einem wachsenden Risiko für Donald Trump und Elon Musk werden. LabNews hat die Details.
In der Spionage ist der Einsatz hochwirksamer und schwer nachweisbarer Gifte eine immer wiederkehrende Taktik, um Gegner auszuschalten. Wir werfen einen Blick auf einige der berüchtigtsten Substanzen, die von Geheimdiensten eingesetzt werden, und diskutieren, warum selbst Personen des öffentlichen Lebens wie der designierte US-Präsident Donald Trump potenziell gefährdet sein könnten.
Polonium-210
Polonium-210 ist eines der tödlichsten und am schwersten nachweisbaren Gifte. Das aus Uranerz gewonnene radioaktive Element wurde 2006 auf infame Weise zur Vergiftung des ehemaligen russischen FSB-Agenten Alexander Litwinenko eingesetzt. Polonium-210 ist geschmacks- und geruchsneutral und löst sich in Wasser auf, was es zu einem idealen Kandidaten für eine heimliche Vergiftung macht. Die tödliche Dosis beträgt nur wenige Milligramm und es kann schwere Schäden verursachen, indem es Sauerstoffmoleküle spaltet und hochreaktive freie Radikale erzeugt, die die DNA schädigen und Zellen abtöten.
Der Nachweis von Polonium-210 ist eine große Herausforderung, insbesondere wenn die Untersuchung zu spät beginnt. Im Fall Litwinenko half jedoch die einzigartige Energiesignatur der von Polonium-210 emittierten Alphateilchen (etwa 5,3 Megaelektronenvolt) den Ärzten, das Gift zu identifizieren .
Nowitschok-Kampfstoffe
Nowitschok-Kampfstoffe, die in den 1970er und 1980er Jahren von der Sowjetunion entwickelt wurden, sind eine Klasse chemischer Kampfstoffe der vierten Generation, die so entwickelt wurden, dass sie von den Standard-NATO-Geräten zur Detektion chemischer Kampfstoffe nicht erkannt werden und die Chemiewaffenkonvention umgehen. Diese binären Nervenkampfstoffe werden durch Mischen von Vorläufersubstanzen unmittelbar vor dem Einsatz hergestellt, wodurch sie sicherer zu handhaben und zu transportieren sind, aber nach der Aktivierung extrem wirksam werden. Nowitschok-Kampfstoffe wie A-234 sind schätzungsweise fünf- bis achtmal wirksamer als VX, wobei die mittlere tödliche Dosis beim Einatmen von A-234 bei einer zweiminütigen Exposition nur 7 mg/m³ beträgt.
Der Einsatz von Nowitschok-Kampfstoffen wurde bei der Vergiftung des ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter im britischen Salisbury im Jahr 2018 deutlich. Diese Kampfstoffe können als Vorstufen von Pestiziden getarnt werden, was ihre Tarnung und Tödlichkeit erhöht.
Nervenkampfstoffe (z.B. Organophosphate)
Organophosphate, eine große Gruppe von Chemikalien, zu denen auch Nervenkampfstoffe gehören, sind hochgiftig und können bereits in geringen Dosen tödlich wirken. Diese Substanzen können effektiv in Getränken versteckt werden und erfordern ausgeklügelte Tests, um sie nachzuweisen, was in vielen Krankenhauslabors nicht möglich ist. So wird beispielsweise vermutet, dass es sich bei dem Nervengift, mit dem der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny vergiftet wurde, um Nowitschok oder ein ähnliches hochgiftiges Organophosphat handelt. Diese Substanzen können zu einer raschen neurologischen Verschlechterung und zum Tod führen, wenn sie nicht sofort behandelt werden.
Warum Personen des öffentlichen Lebens wie Donald Trump und Elon Musk gefährdet sein könnten
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie der designierte US-Präsident Donald Trump sind aufgrund ihrer Bekanntheit und der Leichtigkeit, mit der diese Gifte verabreicht werden können, naturgemäß gefährdet.
- Zugänglichkeit und Tarnung: Gifte wie Polonium-210 und Nowitschok sind so konzipiert, dass sie nicht nachweisbar sind und in verschiedenen Formen verabreicht werden können, z.B. in Nahrungsmitteln oder Getränken.
2) Fehlende sofortige Erkennung: Die hochentwickelten Tests, die zur Identifizierung dieser Gifte erforderlich sind, bedeuten, dass die tatsächliche Ursache der Symptome bei den ersten medizinischen Reaktionen möglicherweise nicht sofort erkannt wird. Diese Verzögerung kann tödlich sein, wie die Fälle Litwinenko und Skripal zeigen.
3) Öffentliche Exposition: Personen des öffentlichen Lebens interagieren häufig mit einer Vielzahl von Menschen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Attentäter nahe genug herankommt, um ein Gift zu verabreichen. Selbst scheinbar sichere Umgebungen können durchbrochen werden, wie die Vergiftung der Skripals an einem öffentlichen Ort zeigt.
4) Medizinische Verwundbarkeit: Der Vorschlag des ehemaligen Präsidenten Trump, unbewiesene und gefährliche medizinische Behandlungen wie die Injektion von Desinfektionsmitteln anzuwenden, wirft ein Schlaglicht auf das umfassendere Problem der medizinischen Verwundbarkeit. Würden solche Ratschläge befolgt, könnte dies die Gesundheitsrisiken erhöhen und möglicherweise ein Umfeld schaffen, in dem weitere schleichende Vergiftungen unentdeckt bleiben oder falsch diagnostiziert werden könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz hochwirksamer und schwer nachweisbarer Gifte durch Nachrichtendienste eine erhebliche Bedrohung für Personen des öffentlichen Lebens und andere potenzielle Ziele darstellt. Die Heimlichkeit, die Tödlichkeit und die Schwierigkeit des Nachweises dieser Substanzen unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen und fortgeschrittener medizinischer Fähigkeiten, um solchen Bedrohungen zu begegnen.

