Vancouver (Labnews Media LLC) – Forschende der University of British Columbia haben einen neuartigen zielgerichteten Krebstherapieansatz entwickelt, der Tumorzellen präzise aufspürt und zerstört. Der Antikörper-Wirkstoff-Konjugat richtet sich gegen das Oberflächenprotein IL1RAP, das auf vielen Krebszellen vorhanden, in gesunden Geweben jedoch weitgehend abwesend ist.
In präklinischen Modellen mehrerer Krebsarten, darunter dem aggressiven Ewing-Sarkom bei Kindern und jungen Erwachsenen, dem Lymphom sowie Tumoren mit NTRK-Genfusionen, führte die Behandlung zur vollständigen Rückbildung etablierter Tumoren und zu einer deutlichen Reduktion von Metastasen. Das Präparat zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil und könnte damit rasch in die klinische Entwicklung überführt werden.
IL1RAP dient Krebszellen offenbar als Schutzschild, der ihnen das Überleben im Blutkreislauf und die Bildung von Metastasen erleichtert. Indem dieses Protein gezielt als Andockstelle für den zytotoxischen Wirkstoff genutzt wird, lässt sich die Therapie direkt in die Tumorzellen einschleusen, während gesundes Gewebe weitgehend geschont bleibt.
Die internationale Studie unter Leitung von Prof. Poul Sorensen von der UBC Faculty of Medicine und BC Cancer baut auf früheren Arbeiten auf, die IL1RAP als zentralen Faktor für die Metastasierung identifiziert hatten. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für präzise Behandlungen sowohl bei pädiatrischen als auch bei adulten Krebserkrankungen.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Cancer Discovery veröffentlicht.
DOI: 10.1158/2159-8290.CD-25-1036

