Die große Herausforderung der Herausforderungen: Abrechnung mit einem Wort, das alles und nichts bedeutet
Es war einmal ein Wort, das in den Hallen der Politik und den Redaktionsstuben der Medien eine steile Karriere machte: Herausforderung. Ein Begriff, so geschmeidig, so harmlos, so unverbindlich, dass er wie ein Allzweckreiniger über jede noch so schmutzige Realität gestreut werden konnte, um sie in ein glänzendes, optimistisches Licht zu tauchen. Wo früher „Probleme“ lauerten – diese unangenehmen, stacheligen Dinger, die nach Lösungen schrien –, da wuchsen nun „Herausforderungen“ wie bürokratische Blumen auf einem Kompromissacker. Diese Satire nimmt sich das Wort und seine inflationäre Verwendung in Politik und Medien vor, zerlegt es in seine Einzelteile und fragt: Warum haben wir aufgehört, Probleme Probleme zu nennen, und was sagt das über unsere Zeit aus? Der Aufstieg des Wortes: Von der Sportmetapher zur politischen Universalwaffe Stellen wir uns eine Pressekonferenz vor, irgendwo in einer Hauptstadt, die von Glasfassaden und überteuerten Mieten…
