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Antibiotikum reduziert Frühgeburten in Simbabwe

Harare (LabNews Media LLC) – Eine tägliche Dosis des Antibiotikums Trimethoprim-Sulfamethoxazol könnte Frühgeburten bei schwangeren Frauen in Simbabwe um 40 Prozent senken, zeigt die COMBI-Studie unter Leitung der Queen Mary University of London und des Zvitambo Institute. Besonders Frauen mit HIV profitierten: Ihre Babys waren schwerer und seltener Frühgeburten. Die Ergebnisse könnten neue Ansätze zur Reduktion der Kindersterblichkeit bieten, bedürfen aber weiterer Studien. Die randomisierte kontrollierte Studie umfasste 993 schwangere Frauen aus Shurugwi, Zentral-Simbabwe, die täglich 960 mg Trimethoprim-Sulfamethoxazol oder ein Placebo erhielten. Während das Geburtsgewicht unverändert blieb, sank der Frühgeburtenanteil in der Antibiotika-Gruppe auf 6,9 Prozent gegenüber 11,5 Prozent in der Placebo-Gruppe. Bei 131 Frauen mit HIV war der Effekt stärker: Nur 2 Prozent Frühgeburten in der Antibiotika-Gruppe gegenüber 14 Prozent in der Placebo-Gruppe, mit einem Geburtsgewichtszuwachs von 177 Gramm. Frühgeburten, die weltweit 25 Prozent der Lebendgeborenen betreffen, sind… 

Neue Hoffnung für Patienten mit Werner-Syndrom

Das Werner-Syndrom (WS) ist eine seltene genetische Störung, die zu vorzeitiger Alterung und schweren Komplikationen führt. In der ersten klinischen Studie dieser Art untersuchten Forscher aus Japan mit der FirmaNiagen Bioscience die Wirkung von Nikotinamid-Ribosid (NR), einem Vitamin-B3-Derivat, bei Patienten mit WS. Die Einnahme von NR verbesserte signifikant die kardiovaskuläre Gesundheit, verringerte die Fläche der Hautgeschwüre und verlangsamte den Rückgang der Nierenfunktion – ein vielversprechendes therapeutisches Potenzial für eine Krankheit, für die es derzeit keine wirksame Behandlung gibt. Das Werner-Syndrom (WS) ist eine seltene genetische Störung, die zu einem beschleunigten Alterungsprozess führt. Ab ihrem zwanzigsten Lebensjahr entwickeln die Patienten graue Haare, Haarausfall, Katarakte, Diabetes und andere altersbedingte Erkrankungen, die normalerweise bei älteren Menschen auftreten. Darüber hinaus entwickeln die Patienten schwere und unbehandelbare Hautgeschwüre, die häufig eine Amputation von Gliedmaßen erforderlich machen, und sterben frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Für diese schwächende… 

Bildschirme in Schulen keine Bedrohung

Bildschirme in Schulen sind kein Lernhindernis, sondern können gezielt eingesetzt das Lernen fördern, betonen Forscher der Universität Agder im neuen Sammelband „Logg på!“. Das Werk mit Beiträgen von 77 Experten fordert eine nuancierte Diskussion über digitale Technologien im Bildungswesen, weg von der pauschalen Darstellung als Bedrohung. Eine Pilotstudie von Lenka Garshol und Susan Erdmann zeigt, dass Bildschirme im Englischunterricht oft administrative Aufgaben rationalisieren, ähnlich wie traditionelle Papierübungen. Ungeeignete Nutzung ähnelte jedoch veralteten Lehrmethoden, nicht exzessivem Scrollen. Lehrer betonten den Nutzen digitaler Werkzeuge, insbesondere für Schüler mit Lese- und Schreibschwierigkeiten. Kjerstin Breistein Danielsen vom Teaching Lab der Universität plädiert für einen Fokus auf gutes Lernen statt polarisierender Pro- oder Contra-Debatten, um die digitale Kompetenz der Schüler zu stärken. Line Reichelt Føreland hebt das Potenzial von Videospielen wie Minecraft hervor, die im Unterricht über samische Kultur Inklusion fördern und zurückgezogenen Schülern eine… 

Schlafapnoe und Adipositas: Warnung vor gesundheitlichen Risiken bei Männern

Bis zu 90 Prozent der Menschen mit Adipositas leiden an obstruktiver Schlafapnoe, einer Erkrankung mit wiederholten Atemaussetzern im Schlaf, die besonders Männer betrifft. Anlässlich der Men’s Health Week (9.–15. Juni 2025) warnen Mediziner vor den gesundheitlichen Folgen und fordern Betroffene auf, Warnzeichen wie lautes Schnarchen und Tagesmüdigkeit ernst zu nehmen. Gewichtsreduktion kann die Symptome deutlich lindern. Obstruktive Schlafapnoe bleibt oft unerkannt, obwohl sie das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. In Deutschland sind 30 Prozent der Männer von einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe betroffen, doppelt so viele wie Frauen (13 Prozent). Adipositas, definiert als Body-Mass-Index (BMI) ? 30 kg/m², ist der Haupt-Risikofaktor. Fettdepots im Rachenbereich engen die Atemwege ein, was zu nächtlichen Atemaussetzern führt. Diese senken den Sauerstoffgehalt im Blut, erhöhen Blutdruck und Stresshormone und lösen Weckreaktionen aus, die zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und erhöhtem Unfallrisiko führen. Adipositas betrifft 21 Prozent der… 

Horrende Kosten für medizinische Behandlungen im Ausland: ADAC warnt vor finanziellen Risiken

Krankheiten im Urlaub können Reisende in beliebten Urlaubsländern wie Ägypten, der Türkei oder den USA vor immense finanzielle Belastungen stellen, warnt der ADAC. Die Kosten für medizinische Behandlungen im Ausland sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, und ohne eine Auslandskrankenversicherung müssen Urlauber oft hohe Rechnungen direkt vor Ort begleichen. Der ADAC zeigt, wie solche Kostenfallen vermieden werden können. In Ägypten stiegen die Kosten für ambulante Behandlungen binnen eines Jahres um 26,4 Prozent, in der Türkei um 11 Prozent und in den Vereinigten Arabischen Emiraten um 23,1 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland betrug die Steigerung nur 3,9 Prozent. Besonders in Ländern ohne geregelte Gebührenordnung wie die deutsche GOÄ werden oft überhöhte Rechnungen gestellt. So kostete in Ägypten die Behandlung einer Gastritis mit Infusionen in einer Hotelklinik 3.850 Euro, während eine vergleichbare Durchfallbehandlung in Deutschland 35 bis 75 Euro kostet. In… 

H5N1 erreicht Antarktis – Sorge um Wildtiere und globale Folgen

Die hochpathogene Vogelgrippe H5N1 hat erstmals die Antarktis erreicht und sorgt dort für erhebliche Verluste unter Wildtieren. Das Virus, das ursprünglich in Asien zirkulierte und sich in den letzten Jahren weltweit ausgebreitet hat, wurde im Februar 2024 erstmals auf dem antarktischen Festland nachgewiesen. Forschende gehen davon aus, dass Zugvögel aus Südamerika das Virus eingeschleppt haben. Die betroffenen Tierarten, darunter verschiedene Seevögel und Robben, zeigen meist schwere neurologische und respiratorische Symptome. Die Mortalitätsraten sind hoch, da die Tiere keine Immunität gegen den Erreger besitzen. In den vergangenen Monaten wurden in mehreren antarktischen Forschungsstationen und an verschiedenen Küstenabschnitten vermehrt tote oder schwer erkrankte Tiere gefunden. Besonders betroffen sind Kolonien von Braunen Skuas, Eissturmvögeln und Albatrossen, aber auch bei Robbenarten wie Krabbenfresser- und Seeleopardenrobben wurde das Virus nachgewiesen. Die Ausbreitung erfolgt schnell, da viele Vogelarten in großen Gruppen brüten und sich das Virus… 

KAIST entwickelt virtuelle Färbetechnologie für die 3D-Histologie

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von KAIST hat eine bahnbrechende Technologie entwickelt, die über traditionelle Methoden der Betrachtung dünn geschnittenen und gefärbten Krebsgewebes hinausgeht. Diese Innovation nutzt fortschrittliche optische Techniken in Kombination mit einem auf künstlicher Intelligenz basierenden Deep-Learning-Algorithmus, um realistische, virtuell gefärbte 3D-Bilder von Krebsgewebe zu erstellen, ohne dass serielle Schnitte oder Färbungen erforderlich sind. Dieser Durchbruch dürfte den Weg für die nächste Generation nicht-invasiver pathologischer Diagnostik ebnen. Seit über 200 Jahren beruht die konventionelle Pathologie auf der Betrachtung von Krebsgewebe unter dem Mikroskop. Diese Methode zeigt jedoch nur bestimmte Querschnitte des dreidimensionalen Krebsgewebes. Dies schränkt das Verständnis der dreidimensionalen Verbindungen und räumlichen Anordnungen zwischen Zellen ein. Um dieses Problem zu lösen, nutzte das Forschungsteam die Holotomografie (HT), eine fortschrittliche optische Technologie, um den dreidimensionalen Brechungsindex von Gewebe zu messen. Anschließend integrierten sie einen KI-basierten Deep-Learning-Algorithmus, um erfolgreich… 

Typisch schwarze Kolonien von Diphtheriebakterien (Corynebacterium diphtheriae), kultiviert am Institut für Medizinische Mikrobiologie auf einem speziellen Nährmedium in einer Petrischale. | Quelle: Farah Fiechter und Frank Imkamp | Copyright: Universität Zürich

Diphtherieausbruch 2022: Übertragungswege entlang Migrationsrouten entschlüsselt

Im Jahr 2022 führte ein Diphtherieausbruch in Westeuropa zum stärksten Anstieg gemeldeter Infektionen seit 70 Jahren. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie eines europäischen Forschungskonsortiums zeichnet nun erstmals die Übertragungswege nach. Klinische und genomische Daten deuten auf Infektionsquellen entlang etablierter Migrationsrouten nach Europa, insbesondere der Balkanroute. Trotz rascher Eindämmung verursachen Bakterienstämme aus diesem Ausbruch weiterhin vereinzelte Neuinfektionen, was anhaltende Wachsamkeit erfordert. Diphtherie, eine durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöste, meldepflichtige Infektionskrankheit, wurde 2022 in mehreren europäischen Ländern ungewöhnlich häufig registriert. Betroffen waren vor allem geflüchtete Personen, die kurz zuvor nach Europa eingereist waren, während Ansteckungen in der einheimischen Bevölkerung nicht dokumentiert wurden. Die Studie analysierte 363 bakterielle Isolate aus zehn Ländern – Deutschland (118), Österreich (66), Vereinigtes Königreich (59), Schweiz (52), Frankreich (30), Belgien (21), Norwegen (8), Niederlande (5), Italien (3) und Spanien (1) – und lieferte… 

KI-gestütztes Modell soll Schlaganfallbehandlung verbessern

Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Universitätsklinikums Bonn entwickeln ein KI-basiertes Computermodell, um Ärztinnen und Ärzte bei der Schlaganfallbehandlung zu unterstützen. Ziel ist ein digitales Assistenzsystem, das den Gesundheitszustand nach einer mechanischen Thrombektomie vorhersagt und Komplikationen erkennt, um Therapieentscheidungen zu optimieren. Eine Machbarkeitsstudie prüft, ob dies mit Daten des „German Stroke Registry“ und Gehirnaufnahmen möglich ist. Das Projekt, gefördert mit 250.000 Euro von der Helmholtz-Gemeinschaft, nutzt die innovative KI-Technologie des „Schwarmlernens“ und involviert das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit. Ein ischämischer Schlaganfall, oft durch Blutgerinnsel verursacht, führt zu neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Sprachstörungen. Ohne schnelle Behandlung sterben Millionen Gehirnzellen ab. Therapieoptionen wie die medikamentöse Gerinnselauflösung oder die minimal-invasive Thrombektomie erfordern rasche, individuelle Entscheidungen. Das geplante KI-Modell soll Vorhersagen über Behandlungserfolge und Risiken liefern, wobei die „Erklärbarkeit“ der KI gewährleistet, dass Ärztinnen und Ärzte die Grundlagen der… 

Ursprung des Lebens: Stoffwechsel der ersten Zellen rekonstruiert

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Mikrobiologin Prof. Dr. Dina Grohmann von der Universität Regensburg und Geologe Prof. Dr. William Orsi von der LMU München hat im Labor Bedingungen der jungen Erde vor etwa vier Milliarden Jahren nachgestellt. Der Fokus lag auf hydrothermalen Quellen am Meeresboden, sogenannten „Schwarzen Rauchern“. Die kürzlich in Nature Ecology & Evolution veröffentlichten Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Ursprünge des Lebens und einen der ältesten biochemischen Energiegewinnungswege. Im Experiment wurden Miniaturausgaben von „Schwarzen Rauchern“, sogenannte „Chemical Gardens“, erzeugt, die Reaktionen am Meeresgrund simulieren. Dabei entstanden durch die Reaktion von Eisen und Schwefel Eisensulfid-Minerale wie Mackinawit und Greigit sowie Wasserstoffgas – eine potenzielle Energiequelle für Mikroorganismen. Die Forscher untersuchten, ob dieser Wasserstoff methanogene Archaeen, die Methan durch den Acetyl-CoA-Stoffwechselweg produzieren, zum Wachstum antreiben kann. Unter sauerstofffreien Bedingungen, die durch die langjährige Expertise des Deutschen Archaeenzentrums ermöglicht…