Zum Inhalt springen

Durchbruch in der personalisierten Lungenkrebsbehandlung

Lungenkrebs ist die weltweit häufigste tödliche Krebserkrankung, mit jährlich etwa 2 Millionen Neuerkrankungen und 1,8 Millionen Todesfällen (WHO). Ein zentraler Fortschritt in der Therapie ist die Genom-Analyse von Tumoren, die gezielte, personalisierte Behandlungen ermöglicht. Am Lungenkrebszentrum des Westdeutschen Tumorzentrums der Universitätsmedizin Essen ist diese Diagnostik Standard. Besonders im Fokus steht die KRAS G12C-Mutation, eine genetische Veränderung, die bei etwa 13 % der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome (NSCLC) auftritt, vor allem bei Raucher:innen. Für Patient:innen mit metastasierten KRAS G12C-mutierten Tumoren, bei denen Chemo- und Immuntherapien nicht mehr wirken, bietet das Medikament Sotorasib neue Hoffnung. Sotorasib, ein gezielter Inhibitor, wurde in Studien, unter anderem an der Universitätsmedizin Essen, getestet und ist in Deutschland zugelassen. Doch die Wirksamkeit variiert stark: Während einige Patient:innen gut ansprechen, profitieren andere kaum. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Martin Schuler (Universitätsklinikum Essen/Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Ferdinandos… 

Göttinger Forscher entschlüsseln 3D-Struktur von Membranproteinen

Göttingen, 29. Mai 2025 – Wissenschaftler des Exzellenzclusters Multiscale Bioimaging (MBExC) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften die 3D-Struktur der Membranproteine Myoferlin und Dysferlin mithilfe hochauflösender Kryo-Elektronenmikroskopie aufgedeckt. Diese bahnbrechenden Erkenntnisse, veröffentlicht in The EMBO Journal, eröffnen neue Wege für die Entwicklung gezielter Medikamente gegen Muskelschwund, Hörstörungen und bestimmte Krebserkrankungen. Die Zellmembran schützt Zellen und reguliert den Stoffaustausch, doch ihre Reparaturmechanismen sind noch wenig verstanden. Die Ferlin-Proteine Myoferlin und Dysferlin spielen hierbei eine Schlüsselrolle, etwa bei der Muskelfunktion und Herzgesundheit. Durch Schockfrosten der Proteine und Untersuchungen bei minus 193 Grad Celsius im Elektronenmikroskop erstellte das Team tausende Bilder, aus denen Hochleistungsrechner eine nahezu atomare 3D-Struktur berechneten. Dabei zeigte sich, dass Ferline in Anwesenheit von Kalzium und Lipidmembranen eine kompakte Ringstruktur bilden, die Prozesse wie Membranreparatur und Vesikelfreisetzung steuert. Diese Erkenntnisse könnten die Behandlung… 

Grüner Wasserstoff: MXene als Shooting Star

Berlin, 29. Mai 2025 – Eine internationale Forschergruppe unter Leitung von HZB-Chemikerin Michelle Browne hat in einer Studie, veröffentlicht in Advanced Functional Materials, einen effizienten, kostengünstigen Katalysator für die Sauerstoffentwicklungsreaktion bei der grünen Wasserstoffproduktion entwickelt. Grüner Wasserstoff, ein zentraler Baustein für künftige Energiesysteme, benötigt Katalysatoren, um die Elektrolyse von Wasser zu beschleunigen. Bisherige Lösungen nutzen teure Edelmetalle, doch das Team setzt auf MXene – blätterteigartige Strukturen aus Kohlenstoff und Übergangsmetallen. Erstautor Can Kaplan synthetisierte an der Linköping University zwei Vanadiumcarbid-MXene-Varianten, eine davon mit Vanadium-Fehlstellen für eine größere innere Oberfläche. Im HZB-Labor bettete er Kobalt-Eisen-Partikel in die MXene ein, was deren katalytische Wirkung erheblich steigerte – besonders bei der Variante mit Fehlstellen. Rasterelektronenmikroskopie bestätigte die strukturellen Veränderungen, und Tests in Laborelektrolyseuren sowie an der Synchrotronquelle SOLEIL zeigten die hohe Effizienz. Die Ergebnisse deuten auf ein großes Potenzial von MXenen als Trägermaterial… 

Mindestmengen bei seltenen Erkrankungen: Neue Methode des IQWiG

Köln, 29. Mai 2025 – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein neues Verfahren entwickelt, um den Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Behandlungsqualität bei seltenen Erkrankungen zu bewerten, auch wenn präzise Studien fehlen. Mindestmengen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für komplexe, risikoreiche Krankenhausbehandlungen festlegt, sollen die Qualität verbessern. Bisher gibt es für seltene Erkrankungen keine derartigen Regelungen, da die geringen Fallzahlen verlässliche Studien erschweren. Das IQWiG schlägt vor, Evidenz aus ähnlichen Anwendungsfeldern auf seltene Eingriffe zu übertragen, wenn direkte Daten fehlen. Dabei prüft ein Kriterienkatalog die Übertragbarkeit, unterstützt von externen Sachverständigen, die klinische und verfahrensbezogene Expertise einbringen. Internationale Recherchen ergaben keine bestehenden Methoden für Mindestmengen bei seltenen Erkrankungen, weshalb das IQWiG ein eigenes Vorgehen entwarf. Dieses soll dem G-BA helfen, fundierte Entscheidungen über Mindestmengen für seltene, risikobehaftete Eingriffe zu treffen und die bestmögliche Versorgung zu sichern. Der… 

EURO 6d-Partikelfilter bei der Verhinderung von gesundheitsschädlichem Feinstaub nutzlos

Eine bahnbrechende Studie unter der Leitung von Professor Ralf Zimmermann vom Helmholtz Zentrum München und der Universität Rostock hat erstmals gezeigt, dass moderne EURO 6d-Partikelfilter zwar die direkten Feinstaubemissionen von Fahrzeugen erheblich reduzieren, jedoch die Bildung von sekundärem Feinstaub in der Atmosphäre nicht verhindern können. Dieser sekundäre Feinstaub birgt erhebliche gesundheitliche Risiken und stellt die Wirksamkeit aktueller Abgasnormen infrage. Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid gelten als Hauptverursacher luftverschmutzungsbedingter Gesundheitsprobleme. Während moderne Benzinfahrzeuge mit Direkteinspritzung und Partikelfiltern auf Rollenprüfständen Filtereffizienzen von über 90 Prozent erzielen, zeigt die Studie, dass flüchtige organische Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in der Atmosphäre photochemisch zu sekundärem Feinstaub reagieren. Im Rahmen der Untersuchung setzten die Forschenden menschliche Lungenzellen (A549-Alveolar- und BEAS-2B-Bronchialepithelzellen) sowohl frischen als auch photochemisch gealterten Abgasen eines EURO 6d-Fahrzeugs aus. Frische Abgase wiesen kaum messbare Partikel oder toxische Effekte auf. Doch durch die „atmosphärische Alterung“ entstanden reaktive… 

Chemiewerke Schkopau und Böhlen vor Schließung: Biotechbranche und Ostdeutschland unter Druck

Der US-Chemiekonzern Dow Chemical plant die Stilllegung oder Schließung seiner Produktionsanlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen), mit einer Entscheidung bis Juli 2025. Hohe Energiepreise, steigende CO2-Kosten und Überkapazitäten bedrohen etwa 500 direkte Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaft. Die Folgen könnten die deutsche Biotechbranche schwächen und den sozialen Frieden in Ostdeutschland gefährden. Die Werke sind Kern des mitteldeutschen Chemiedreiecks, das jährlich Chemikalien im Wert von über 2 Milliarden Euro produziert. In Böhlen betreibt Dow einen Steam-Cracker, der 600.000 Tonnen Ethylen und Propylen jährlich liefert, essenziell für Kunststoffe in Verpackungen, Folien und medizinischen Produkten. Diese Stoffe werden über ein 1.300 Kilometer langes Pipelinenetz an Standorte wie Schkopau und Leuna verteilt, wo 27 Unternehmen im ValuePark tätig sind. Dow beschäftigt in Deutschland 3.600 Mitarbeiter, davon 1.200 in Mitteldeutschland. Eine Schließung des Crackers würde die Versorgung unterbrechen, was Zulieferer und abhängige Firmen mit… 

FAQ: Wie lange benötigt eine in Kaliningrad abgefeuerte Kinschal-Rakete, um Berlin zu erreichen?

Frage: Was ist die Kinschal-Rakete? Die Kinschal (russisch: „Dolch“) ist eine russische hypersonische Luft-Boden-Rakete vom Typ Ch-47M2. Sie wird von Flugzeugen wie der MiG-31 oder dem Bomber Tu-22M3 gestartet und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu Mach 10 (ca. 12.144 km/h). Frage: Wie weit ist Kaliningrad von Berlin entfernt? Die direkte Entfernung (Luftlinie) zwischen Kaliningrad (Russland) und Berlin (Deutschland) beträgt etwa 530 Kilometer. Frage: Wie lange würde eine Kinschal-Rakete für diese Strecke benötigen? Bei einer angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von Mach 10 (ca. 12.144 km/h oder 3,37 km/s) ergibt sich folgende Berechnung: Die Kinschal-Rakete würde also etwa 2,5 bis 3 Minuten benötigen, um Berlin von Kaliningrad aus zu erreichen. Diese Zeit kann je nach Flugbahn, Startbedingungen (z. B. Höhe des Trägerflugzeugs) und möglichen Ausweichmanövern leicht variieren. Frage: Gibt es Faktoren, die die Flugzeit beeinflussen könnten? Ja, mehrere Faktoren könnten die Flugzeit beeinflussen: Frage:… 

OYE Therapeutics Inc. kündigt Forschungskooperation mit dem Militär an

CROWN POINT, Indiana –  OYE Therapeutics Inc. , ein innovatives Arzneimittelentwicklungsunternehmen mit Verbindung zur Purdue University, ist eine Forschungskooperation mit der  Uniformed Services University of the Health Sciences  (USU) und  der Henry M. Jackson Foundation for the Advancement of Military Medicine Inc. eingegangen. Im Rahmen der Forschung werden die Sicherheit und Wirksamkeit der neuartigen intravenösen Koffeinformulierung von OYE bewertet, um Patienten schneller aus der Vollnarkose zu holen und die postoperative Genesung in einer multizentrischen, zentralen klinischen Studie zu beschleunigen. Die militärischen Anwendungen des Versuchs sind besonders bedeutsam, da sie darauf abzielen, die Überlebenschancen verwundeter Soldaten zu verbessern, die Sicherheit von Kampf- und medizinischen Teams zu erhöhen und die Genesungs-, Transport- und Evakuierungsprozesse aus Pflegeeinrichtungen der Rolle 2 und Rolle 3 zu optimieren. Der zivile Anwendungsfall von OYE reduziert die Sterberaten, senkt die Gesundheitskosten und verbessert die Effizienz der chirurgischen Arbeitsabläufe in Krankenhäusern, Operationszentren und Aufwachstationen.… 

Mehr als 70 % der jungen Frauen leiden unter Symptomen im Genitalbereich

Eine Studie von Forschern der Bundesuniversität São Carlos (UFSCar) ergab, dass 72,5 % der jungen brasilianischen Frauen unter Symptomen wie Juckreiz, Ausfluss und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden. Die Studie, an der 313 Probandinnen in ihren Dreißigern teilnahmen, zeigte, dass diese Symptome zwar die Lebensqualität und die sexuelle Gesundheit negativ beeinflussen, sich aber weitgehend normalisiert haben. Die Daten wurden im Brazilian Journal of Physical Therapy veröffentlicht . Laut Ana Carolina Beleza , einer der Autorinnen des Artikels, ist das Thema immer noch stark tabuisiert. Dies führt dazu, dass viele Frauen die Auswirkungen dieser Symptome auf ihre Gesundheit, ihren Alltag und ihr Sexualleben unterschätzen. Die Studie stellte einen Widerspruch zwischen der Häufigkeit und den Folgen vulvovaginaler Probleme fest. Dies liegt daran, dass die Teilnehmerinnen im Fragebogen nicht nur nach den Symptomen gefragt wurden, sondern auch nach deren Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche. „Selbst… 

Autismus mit erhöhtem Risiko für Parkinson verbunden

Menschen mit einer Autismusdiagnose haben ein höheres Risiko, früh im Leben an Parkinson zu erkranken. Dies geht aus einer groß angelegten Studie des Karolinska Institutet hervor, die in JAMA Neurology veröffentlicht wurde . Die Forscher gehen davon aus, dass beiden Erkrankungen gemeinsame biologische Mechanismen zugrunde liegen. Die Studie basiert auf Registerdaten von über zwei Millionen Menschen, die zwischen 1974 und 1999 in Schweden geboren wurden und vom 20. Lebensjahr bis Ende 2022 beobachtet wurden. Die Forscher untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen der neuropsychiatrischen Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASD), die die Denkprozesse, das Verhalten und die zwischenmenschliche Kommunikation einer Person beeinträchtigt, und der früh einsetzenden Parkinson-Krankheit, einer Erkrankung, die die Fortbewegung und Bewegung beeinträchtigt. Dopamin kann beteiligt sein Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit einer Autismusdiagnose viermal häufiger an Parkinson erkranken als Menschen ohne eine solche Diagnose. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn der sozioökonomische…