Streit um Blutproben: Fachgesellschaft DGKL widerspricht Lobbygruppe ALM
Ein heftiger Disput zwischen der medizinischen Fachgesellschaft DGKL und der Lobbygruppe ALM ist über die neue Richtlinie zur Qualitätssicherung von Laboruntersuchungen entbrannt. Im Zentrum steht die Frage, ob künftig ausschließlich Plasma statt Serum für bestimmte Blutuntersuchungen verwendet werden soll[1][3]. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) verteidigt die im Mai 2023 eingeführte Richtlinie der Bundesärztekammer, die Plasma als Standardmaterial für Kalium- und Glukosebestimmungen festlegt. DGKL-Präsident Prof. Harald Renz betont, dass Serum ein künstlich verändertes Untersuchungsmaterial sei, bei dem während der Gerinnung Kalium aus Blutplättchen freigesetzt werde und dadurch falsch hohe Werte entstünden[1]. Dagegen läuft der Verein „Akkreditierte Labore in der Medizin“ (ALM) Sturm. In einer Online-Petition, die bereits über 1.600 Unterschriften erhielt, warnt der Verband vor erheblichen praktischen Problemen besonders im ambulanten Bereich[5]. Eine aktuelle Studie des ALM zeigt, dass bei Plasmaproben in 86 Prozent der Fälle fehlerhafte…
