In dem dystopischen Roman „Children of Men“ von 1992, der später verfilmt wurde, sieht sich die Menschheit mit der erschreckenden Realität einer Welt ohne Kinder konfrontiert, einer globalen Unfruchtbarkeitskrise, die die Art auszulöschen droht. Während diese apokalyptische Vision weit hergeholt erscheinen mag, ist die heutige reale Welt mit einem ruhigeren, aber ebenso alarmierenden Phänomen konfrontiert: der sinkenden menschlichen Fruchtbarkeit. Dies ist nicht auf eine plötzliche Unfähigkeit zur Fortpflanzung zurückzuführen, sondern auf einen kollektiven, kulturell bedingten Rückgang des Wunsches, neues Leben in die Welt zu bringen. In einem in Nature Mental Health veröffentlichten Artikel gehen die Neurowissenschaftler Michael Platt und Peter Sterling von der University of Pennsylvania davon aus, dass der zugrunde liegende Mechanismus dieser Rückgänge Verzweiflung sein könnte, nicht unähnlich dem, was der Film darstellt: ein allgegenwärtiges Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das auf zunehmende Ungleichheit und wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen ist und…