Am 13. Januar 2026 veröffentlichte das israelische Unternehmen RevitalVision im British Journal of Ophthalmology die Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie, die erstmals einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Nutzen eines neuroplastizitätsbasierten digitalen Trainingsprogramms bei Patienten mit infantiler Nystagmus (kongenitaler Nystagmus) nachweist. Infantile Nystagmus ist eine angeborene, meist schon im Säuglingsalter manifeste Augenbewegungsstörung mit unwillkürlichen, rhythmischen Oszillationen der Augen. Die Prävalenz liegt bei etwa 1:1.000. Betroffene erreichen unter optimaler optischer Korrektur in der Regel eine bestkorrigierte Sehschärfe zwischen 0,25 und 0,5 (20/80 bis 20/40). Die reduzierte Sehschärfe, gestörte Tiefenschärfe, Oszillopsie und Kontrastminderung beeinträchtigen Alltagsfunktionen erheblich – vom Lesen über Autofahren bis hin zur Gesichtserkennung. Bislang gab es praktisch keine evidenzbasierten, nicht-invasiven Therapien, die die Sehleistung nachhaltig verbessern konnten. Medikamente, Prismengläser, Gabapentinoide oder chirurgische Muskelversetzungen zielen meist nur auf die Reduktion der Oszillation ab, nicht auf die eigentliche visuelle Verarbeitung. Die…