Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wird am Montag, 20. April 2026, ein Grußwort bei der Veranstaltung „Generation Corona? Wie Kinder und Jugendliche die Pandemie erlebt haben“ halten. Im Anschluss ist ein Pressestatement der Präsidentin vor dem Großen Protokollsaal im Reichstagsgebäude geplant. Die Veranstaltung selbst bleibt für die Presse nicht zugänglich, um den rund 150 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen einen geschützten Rahmen zu bieten.
Die Veranstaltung wird von der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ gemeinsam mit der Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder durchgeführt. Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland sollen die Möglichkeit erhalten, ihre persönlichen Erfahrungen während der Pandemiejahre zu schildern. Die Initiative soll die Sichtweise der jüngsten Generation in die parlamentarische Aufarbeitung der Corona-Krise einbringen.
Kritiker sehen in der Veranstaltung ein längst überfälliges Signal. Sechs Jahre nach Beginn der Pandemie werden die Betroffenen erstmals in größerem Rahmen im Bundestag gehört. Gleichzeitig wird die nicht-öffentliche Durchführung in Fachkreisen als zweischneidig bewertet: Während sie den Schutz der jungen Teilnehmer gewährleistet, schränkt sie die unmittelbare Transparenz des parlamentarischen Prozesses ein.
Die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie hat in den vergangenen Monaten wiederholt betont, dass die langfristigen Folgen für Kinder und Jugendliche bislang nur unzureichend aufgearbeitet wurden. Schulunterbrechungen, soziale Isolation, psychische Belastungen und Bildungslücken gehören zu den zentralen Themen, die nun durch direkte Berichte der Betroffenen beleuchtet werden sollen. Die Veranstaltung gilt als wichtiger Baustein der parlamentarischen Aufarbeitung, die auch Lehren für künftige Krisen ziehen soll.
Klöckner, die als Bundestagspräsidentin eine überparteiliche Rolle einnimmt, wird mit ihrem Grußwort die Bedeutung der kindlichen und jugendlichen Perspektive unterstreichen. Ihr anschließendes Pressestatement wird voraussichtlich erste Einschätzungen zu den Berichten der jungen Teilnehmer enthalten.
Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die gesellschaftliche Aufarbeitung der Corona-Jahre noch immer kontrovers diskutiert wird. Während einige Experten eine zu zögerliche Aufarbeitung der Folgen für die junge Generation kritisieren, sehen andere in der Einbindung der Betroffenen einen notwendigen Schritt zur Versöhnung und Aufklärung.
Hintergrund
Die Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ wurde vom Bundestag eingesetzt, um die Maßnahmen der Pandemiezeit systematisch zu analysieren. Die parallele Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder soll sicherstellen, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen in der parlamentarischen Arbeit stärker berücksichtigt werden. Die heutige Veranstaltung ist ein gemeinsames Projekt beider Gremien.
Die Pressestelle des Deutschen Bundestages hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung selbst nicht presseöffentlich ist, um den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen einen sicheren Raum zu bieten.
