ADHS ist nicht gleich ADHS: Hirnscans zeigen zwei unterschiedliche Subtypen
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist keine einheitliche Erkrankung. Eine neue strukturelle MRT-Studie belegt erstmals zwei klar unterscheidbare Subtypen mit gegensätzlichen Veränderungen im Volumen der grauen Substanz (GMV) und unterschiedlichen Zusammenhängen zu Verhaltenssymptomen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „General Psychiatry“ veröffentlicht. Das Team um Forscher der Shandong First Medical University analysierte MRT-Daten von 135 Kindern und Jugendlichen mit ADHS sowie 182 neurotypischen Kontrollpersonen. Bei einem direkten Gruppenvergleich aller ADHS-Betroffenen mit den Kontrollen zeigten sich zunächst keine signifikanten strukturellen Unterschiede – ein Befund, der Inkonsistenzen früherer Studien erklären könnte. Die Autoren führen dies auf die hohe Heterogenität der Störung zurück: Unterschiedliche Gehirnmuster heben sich in der Gesamtgruppe gegenseitig auf. Mithilfe maschinellen Lernens teilten die Wissenschaftler die ADHS-Gruppe anhand der individuellen GMV-Muster in zwei Subtypen auf: Zusätzliche kausale Analysen zeigten, dass die Wechselwirkungen zwischen Gehirnveränderungen und Verhalten bei beiden Subtypen unterschiedlich verlaufen: Bei Subtyp…

