Hyde Park, N.Y. (Labnews Media LLC) – Eine neue Fallstudie zeigt, dass eine neunwöchige orale Dapson-Kombinationstherapie (DCT) bei einer Patientin mit langjähriger chronischer Lyme-Borreliose entscheidende Alzheimer-Biomarker signifikant verbessert hat.
Die Studie, die heute im Journal of Alzheimer’s Disease Reports veröffentlicht wurde, dokumentiert bei einer 67-jährigen Frau mit chronischer Lyme-Erkrankung und mehreren Co-Infektionen einen Rückgang des Phospho-Tau 217 um 63 Prozent (von 0,33 auf 0,12 pg/mL). Gleichzeitig verbesserte sich das Amyloid-beta-42/40-Verhältnis von 0,185 auf 0,216, und der Rheumafaktor normalisierte sich.
Die Therapie (Double-Dose Dapsone Combination Therapy – DDDCT) kombiniert Dapson mit Tetracyclin, Rifampicin, Azithromycin und Methylenblau sowie unterstützenden Nährstoffen. Die Patientin berichtete von subjektiven Verbesserungen in Konzentration, Gedächtnis und Gelenkbeweglichkeit.
Erste klinische Evidenz für Infektions-Lyme-Alzheimer-Hypothese
Dr. Richard I. Horowitz, Internist und Leiter der MSIDS Research Foundation, sieht darin den ersten direkten klinischen Beleg, dass die Behandlung persistierender Borrelia-burgdorferi-Infektionen (insbesondere in Biofilm-Form) Alzheimer-typische Biomarker normalisieren kann. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Gehirn eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit besitzt, wenn man die zugrunde liegenden infektiösen und entzündlichen Auslöser behandelt“, sagte Horowitz.
Die Studie stützt die These, dass Borrelia burgdorferi im Gehirn mit Amyloid-Plaques und Phospho-Tau ko-lokalisiert und damit zur Alzheimer-Pathologie beitragen kann. Bisher empfehlen die Leitlinien von IDSA, AAN und ACR kein routinemäßiges Lyme-Screening bei Demenzpatienten.
Dr. Horowitz hat in den vergangenen zehn Jahren bereits neun Studien zu Dapson-Kombinationstherapie bei chronischer Lyme-Erkrankung veröffentlicht. Kognitive Verbesserungen waren dabei regelmäßig das stärkste beobachtete Outcome.
Die Ergebnisse könnten langfristig zu einer Überprüfung der diagnostischen und therapeutischen Leitlinien bei Alzheimer und Demenz führen und neue Behandlungswege für Patienten eröffnen, die auf konventionelle Therapien nicht ansprechen.


