Genf/Lausanne (Labnews Media LLC) – Forschende der Universität Genf (UNIGE) und des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) haben die feine Struktur der Immunsynapse von zytotoxischen T-Lymphozyten erstmals dreidimensional und in nahezu nativem Zustand sichtbar gemacht. Die in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlichte Studie liefert neue Einblicke in die präzise Zerstörung infizierter oder krebskranker Zellen und eröffnet Perspektiven für die Immunonkologie.
Zytotoxische T-Lymphozyten sind die „Killerzellen“ des Immunsystems. Sie bilden an der Kontaktstelle mit der Zielzelle eine spezialisierte Austauschzone – die Immunsynapse – und geben dort gezielt toxische Moleküle ab. Bisher war die molekulare Organisation dieser Struktur im Nanometer-Bereich nur schwer zugänglich.
Mit der Kryo-Expansionsmikroskopie (cryo-ExM) konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Zellen blitzschnell einfrieren und anschließend physikalisch vergrößern. So entstand ein hochauflösendes dreidimensionales Bild der Immunsynapse. Die Membran bildet dabei eine artige Kuppel, deren Struktur mit Adhäsionsmolekülen und der inneren Zellorganisation zusammenhängt. Zudem ließen sich die zytotoxischen Granula mit bisher unerreichter Detailtiefe darstellen – darunter unterschiedliche „Kernstrukturen“, in denen die tödlichen Moleküle konzentriert sind.
Die Forschenden haben die Methode auch auf menschliches Tumorgewebe übertragen und konnten so T-Lymphozyten direkt im Tumormikromilieu beobachten. Die Ergebnisse liefern eine neue Referenz für das Verständnis der Immunantwort und könnten künftig helfen, die Wirksamkeit von Immuntherapien besser zu bewerten und zu verbessern.
Die Studie mit dem Titel „Unveiling the molecular architecture of T cells and immune synapses with cryo-expansion microscopy“ ist am 28. April 2026 in Cell Reports erschienen.

