New York (Labnews Media LLC) – Nervenfasern des sympathischen Nervensystems können das Wachstum von Melanomen verlangsamen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weill Cornell Medicine, die am 29. April 2026 in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht wurde.
Die Forschenden um Dr. David J. Simon untersuchten in Mausmodellen von Hautkrebs, wie periphere Nerven in Tumoren wirken. Dabei zeigte sich, dass sympathische Nervenfasern, die das Stresshormon Noradrenalin freisetzen, tumorunterstützende Makrophagen und andere Immunzellen reduzieren. Dadurch wird das Tumorwachstum gebremst.
Im Gegensatz dazu fördern schmerzempfindliche sensorische Nerven das Wachstum des Melanoms. Die sympathischen Nerven wirken über alpha-adrenerge Rezeptoren auf Makrophagen und verhindern so deren tumorfördernde Umprogrammierung.
Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Krebsneurowissenschaften. Sie deuten darauf hin, dass Medikamente, die bereits als Blutdrucksenker eingesetzt werden und auf alpha-adrenerge Rezeptoren wirken, künftig auch zur Behandlung von Melanomen genutzt werden könnten.
Die Studie liefert erste Hinweise darauf, dass das Nervensystem bei bestimmten Krebsarten nicht nur wachstumsfördernd, sondern auch wachstumshemmend wirken kann. Weitere Untersuchungen sollen klären, ob diese Mechanismen auch beim Menschen eine Rolle spielen.

