Xi’an (LabNews Media LLC) – Wissenschaftler der Northwestern Polytechnical University haben einen neuartigen kupferbasierten Nano-PROTAC entwickelt, der Krebszellen gleichzeitig über zwei Stoffwechselwege angreift. Die Kombination aus kupfervermitteltem Zelltod (Cuproptosis) und gezielter Ausschaltung der Glykolyse soll die metabolische Anpassungsfähigkeit von Tumoren überwinden.
Der Wirkstoff mit der Bezeichnung CHNDs besteht aus kupferhaltigen Metall-organischen Gerüststrukturen, die mit einem PROTAC-Molekül zur gezielten Abbau des Schlüsselenzyms Hexokinase 2 (HK-2) versehen sind. HK-2 steuert den ersten Schritt der Glykolyse und ist für viele Tumoren essenziell, um bei mitochondrialer Schädigung Energie zu gewinnen.
In Zellkulturen von Brust- und Dickdarmkrebszellen verringerten die Nano-Partikel die HK-2-Menge deutlich, reduzierten die Glykolyse und verstärkten den kupferinduzierten mitochondrialen Stress. In Mausmodellen erreichten die CHNDs eine Tumorhemmung von 55 Prozent beim orthotopen Brustkrebsmodell und 77 Prozent beim Dickdarmkrebsmodell. Im letzteren stieg die mediane Überlebenszeit von 21 auf 29 Tage, wobei ein Teil der Tiere bis zum Versuchsende am Tag 100 überlebte. Auch die Metastasierung in die Lunge wurde deutlich reduziert.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gleichzeitige Blockade von mitochondrialer Atmung und Glykolyse die Wirksamkeit der Cuproptosis-Therapie erheblich steigern kann. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Research veröffentlicht.
Die Autoren betonen, dass es sich noch um präklinische Ergebnisse handelt. Weitere Untersuchungen zu Langzeitsicherheit, Metallakkumulation, Pharmakokinetik und Wirkung bei menschlichen Tumoren seien notwendig, bevor eine klinische Anwendung möglich werde.
https://spj.science.org/doi/10.34133/research.1217
