Neue klinische Standards stärken verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika in der Tuberkulosebehandlung
Die Antibiotikaresistenz nimmt weltweit zu. Dies betrifft auch Medikamente, die für die Behandlung von Tuberkulose (TB) zentral sind, wie beispielsweise Bedaquilin. Ein internationales Expertengremium aus 32 Ländern hat daher erstmals spezifische Standards für den rationalen Antibiotikaeinsatz in der TB-Behandlung vorgestellt. Die im „ International Journal of Tuberculosis and Lung Disease“ veröffentlichten Empfehlungen zielen darauf ab, die Tuberkulosebehandlung stärker in die Strukturen des rationalen Antibiotikaeinsatzes einzubinden, die Resistenzüberwachung und -diagnostik zu optimieren und die Behandlungsqualität langfristig zu verbessern. Antimicrobial Stewardship (AMS) bezeichnet koordinierte Strategien für den gezielten, evidenzbasierten und sicheren Einsatz von Antiinfektiva. Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse zu verbessern, Nebenwirkungen zu minimieren und die Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern. Während AMS in vielen Bereichen der Infektionskrankheiten etabliert ist, fehlte es bisher an einem klar definierten und klinisch umsetzbaren Rahmen für die Tuberkulosebehandlung. Tuberkulose trägt erheblich zur globalen Belastung durch Antibiotikaresistenzen…
