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Protein stoppt Wachstum des Malaria-Parasiten

Ein internationales Forschungsteam hat ein einzigartiges Protein entdeckt, das für das Überleben und die Übertragung des Malaria-Parasiten unerlässlich ist. Es handelt sich um die Aurora-related kinase 1 (ARK1), die als vielversprechendes neues Ziel für Antimalaria-Medikamente gilt. In einer am 26. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie beschreiben Forscher der University of Nottingham, des National Institute of Immunology (NII) in Indien, der University of Groningen, des Francis Crick Institute und weiterer internationaler Partner, dass ARK1 als eine Art „Verkehrsleiter“ bei der ungewöhnlichen Zellteilung des Parasiten fungiert. Das Protein organisiert den Spindelapparat, der das genetische Material bei der Teilung auseinanderzieht. Anders als bei menschlichen Zellen verläuft die Zellteilung beim Malaria-Parasiten Plasmodium atypisch und extrem schnell. Schalteten die Wissenschaftler ARK1 im Labor experimentell aus, konnten die Parasiten keine funktionsfähigen Spindeln mehr bilden. Die Replikation scheiterte, und die Parasiten waren weder… 

Rett-Syndrom: Undichte Hirngefäße durch microRNA

Zwei häufige genetische Mutationen, die das Rett-Syndrom auslösen, führen zu undichten Blutgefäßen im sich entwickelnden Gehirn. Das zeigt eine neue Studie des Picower Institute for Learning and Memory am MIT. Die Forscher führen das Problem auf eine Überexpression des microRNA-126-3p zurück und konnten zeigen, dass eine gezielte Absenkung dieser microRNA die Gefäßdefekte teilweise behebt. Die Ergebnisse erschienen in Molecular Psychiatry. Das Rett-Syndrom ist eine schwere Entwicklungsstörung, die vor allem Mädchen betrifft und durch verschiedene Mutationen im MECP2-Gen verursacht wird. Die ersten Symptome treten meist im Alter von 2–3 Jahren auf – eine Phase, in der sich die Hirngefäße entscheidend entwickeln. Die MIT-Neuroforscher untersuchten daher, wie zwei häufige MECP2-Mutationen (R306C und R168X) die Gefäßentwicklung beeinträchtigen und zur neurologischen Symptomatik beitragen könnten. Dafür entwickelten sie fortschrittliche humane Gewebekulturen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) von Rett-Patientinnen. Die endothelialen Zellen (Grundbausteine der Blutgefäße) wurden… 

FSME: Experten warnen vor steigender Gefahr

Die Zahl der FSME-Erkrankungen in Deutschland hat 2025 voraussichtlich den Rekordwert des Vorjahres übertroffen. Das teilte das Nationale Konsiliarlabor für FSME mit. Bislang sind 693 gesicherte Fälle registriert, hinzu kommen rund 100 noch zu prüfende Verdachtsfälle. 2024 wurden 695 Erkrankungen gemeldet – damals bereits eines der höchsten jemals erfassten Jahresergebnisse. Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, und Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim stellten die Entwicklung auf einer Pressekonferenz vor. Beide berufen sich auf 25 Jahre FSME-Statistik und aktuelle Beobachtungen. Die höchsten Meldungszahlen entfallen weiterhin auf Baden-Württemberg und Bayern mit etwa 80 Prozent der Fälle. Ein Anstiegstrend zeichne sich jedoch in allen Bundesländern ab. Die Expertin und der Experte rechnen mit weiter steigenden Fallzahlen in den kommenden Jahren. Seit 2016 folgten keine Phasen mit niedrigen Zahlen… 

RFK Jr. stärkt Führungsteam im US-Gesundheitsministerium

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat sein Managementteam im Department of Health and Human Services (HHS) erweitert, um die Umsetzung der Gesundheitspläne von Präsident Trump und der „Make America Healthy Again“ (MAHA)-Agenda zu beschleunigen. Die Änderungen sollen die Fortschritte in der Gesundheitspolitik innerhalb kurzer Zeit weiter vorantreiben. Chris Klomp übernimmt die neu geschaffene Position des Chief Counselors beim HHS und erhält die Gesamtverantwortung für alle operativen Abläufe des Ministeriums. Klomp bringt langjährige Führungs- und Managementerfahrung mit. Zusätzlich wurden Kyle Diamantas und Grace Graham zu Senior Counselors für die Food and Drug Administration (FDA) ernannt, John Brooks zu Senior Counselor für die Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS). Alle drei behalten ihre bisherigen Rollen und ergänzen künftig das direkte Beraterteam des Ministers. Kennedy betonte, dass das HHS in kurzer Zeit historische Fortschritte bei den Prioritäten der Trump-Administration erzielt habe. Dazu… 

Zebrafisch-Modell klärt Fehlalarme im SMA-Neugeborenenscreening und verhindert unnötige Therapien

Ein positives Neugeborenenscreening auf spinale Muskelatrophie (SMA) gilt als medizinischer Notfall, der eine sofortige, teure und irreversible Therapie nach sich zieht. Forscher der Universität zu Köln und der Griffith University in Australien haben nun gezeigt, dass in seltenen Fällen ein solches Ergebnis ein genetischer Fehlalarm sein kann. Funktionelle Tests im Zebrafisch-Modell ermöglichen eine schnelle Klärung und schützen betroffene Familien vor Übertherapie. Das Team um Prof. Brunhilde Wirth (Köln) und Dr. Jean Giacomotto (Brisbane) untersuchte zwei Neugeborene – ein Mädchen aus Deutschland und einen Jungen aus Australien –, bei denen das Screening kein funktionsfähiges SMN1-Gen nachwies. SMA wird durch das Fehlen oder starke Funktionsverlust des SMN1-Gens ausgelöst; ohne frühe Behandlung drohen schwere Lähmungen oder der Tod im Säuglingsalter. Weiterführende Analysen ergaben bei beiden Kindern seltene SMN1-Varianten, deren krankheitsauslösende Wirkung bislang unbekannt war. Im Zebrafisch-Modell, das aufgrund der hohen genetischen und physiologischen… 

3D-Bildgebungssystem könnte die Einschränkungen von MRT, CT und Ultraschall überwinden

In einer vom National Institutes of Health (NIH) finanzierten Machbarkeitsstudie haben Forscher der  Keck School of Medicine der USC  und des California Institute of Technology (Caltech) gezeigt, dass sich mit einer innovativen, nicht-invasiven Technik schnell dreidimensionale Bilder des menschlichen Körpers von Kopf bis Fuß erstellen lassen. Die Technologie kombiniert Ultraschall und photoakustische Bildgebung, die durch Licht erzeugte Schallwellen erfasst, um gleichzeitig Bilder von Gewebe und Blutgefäßen zu gewinnen. Die Ergebnisse, die soeben in der Fachzeitschrift  Nature Biomedical Engineering veröffentlicht wurden , bergen das Potenzial, bestehende Lücken in der medizinischen Bildgebung zu schließen. Bildgebende Verfahren sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Medizin und tragen wesentlich zur Behandlung von Verletzungen, Infektionen, Krebs, chronischen Erkrankungen und vielem mehr bei. Doch die heutigen Goldstandardverfahren – Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) – haben jeweils ihre Grenzen. Dazu gehören die Kosten und der Zeitaufwand für jede Untersuchung sowie… 

Alarmierende Gesetzeslücke bei Medizinal-Cannabis

Am 13. Januar 2026 hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) eine scharfe Pressemitteilung veröffentlicht, in der er massive Sicherheitsrisiken durch die aktuelle Praxis der Medizinal-Cannabis-Verordnung anprangert. Der Gesundheitsausschuss des Bundestages prüft am 14. Januar 2026 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG). Der DVR begrüßt diesen Schritt ausdrücklich – und fordert gleichzeitig, dass die sicherheitsrelevanten Regelungen „ohne Abstriche“ beschlossen werden. Die Kernbotschaft des DVR ist unmissverständlich: Ohne persönliche ärztliche Untersuchung, ohne leitliniengerechte Abklärung alternativer Therapien und ohne kontinuierliche fachärztliche Begleitung ist jede Fahrt unter Medizinal-Cannabis-Einfluss „ein rollendes Pulverfass“. Die Ausgangslage: Teillegalisierung und explosionsartiger Anstieg der Verordnungen Seit der Teillegalisierung von Cannabis im Jahr 2024 hat sich die Zahl der ärztlichen Verordnungen von Medizinal-Cannabis vervielfacht. Gleichzeitig hat sich eine hochproblematische Praxis etabliert: Viele Rezepte werden online ausgestellt – oft ohne persönliche Untersuchung, ohne ausreichende Diagnostik und ohne dass alternative Therapien ernsthaft geprüft… 

Genetischer Risikofaktor und Epstein-Barr-Virus lösen MS aus. Credits: LabNews Media LLC

Genetischer Risikofaktor und Epstein-Barr-Virus lösen MS aus

Multiple Sklerose (MS) gehört zu den komplexesten und am schwersten verstehbaren Autoimmunerkrankungen des Zentralnervensystems. Seit Jahren gilt eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) als der mit Abstand stärkste bekannte Umweltfaktor: Fast 100 % der MS-Patienten sind EBV-infiziert, während in der Allgemeinbevölkerung „nur“ etwa 95 % das Virus tragen. Eine symptomatische Erstinfektion im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter (Pfeiffersches Drüsenfieber) erhöht das MS-Risiko um den Faktor 20–30. Dennoch reicht EBV allein nicht aus – die überwiegende Mehrheit der Infizierten entwickelt keine MS. Nun legen Forschende der Universität Zürich (UZH) unter Leitung von Roland Martin eine Arbeit vor, die erstmals auf molekularer Ebene zeigt, wie genau das Zusammenspiel zwischen dem Virus und einem der wichtigsten genetischen Risikofaktoren – dem HLA-DR15-Haplotyp – die Autoimmunreaktion gegen die Myelinscheide auslöst. Der Schlüssel: HLA-DR15 und die molekulare Mimikry HLA-DR15 ist der mit Abstand stärkste genetische Risikofaktor für… 

Lebensretter Blutwert: Die 10 wichtigsten Tumormarker

Lesen Sie die LabNews Übersicht zu den zehn wichtigsten Tumormarkern, deren mögliche Werte, Interpretation sowie die Verknüpfung mit anderen Blutwerten. Die Darstellung berücksichtigt aktuelle Leitlinien und diagnostische Praxis[1][2][3]. Was sind Tumormarker? Tumormarker sind körpereigene oder von Tumoren gebildete Stoffe, die im Blut, Urin oder Gewebe messbar sein können[4][5]. Sie unterstützen die Diagnosestellung, Verlaufsbeurteilung, Prognoseeinschätzung und das Erkennen von Rückfällen. Ihre Aussagekraft ist jedoch begrenzt, da sie auch bei gutartigen Erkrankungen, Entzündungen, Schwangerschaft oder etwa nach Operationen erhöht sein können[5][6]. 1. CEA (Carcinoembryonales Antigen) 2. CA 19-9 (Carbohydrate Antigen 19-9) 3. PSA (Prostata-spezifisches Antigen) 4. CA 125 (Cancer-Antigen 125) 5. CA 15-3 6. AFP (Alpha-Fetoprotein) 7. NSE (Neuronenspezifische Enolase) 8. CYFRA 21-1 9. hCG (Humanes Choriongonadotropin) 10. SCC (Squamous Cell Carcinoma Antigen) Tumormarker im Zusammenhang mit anderen Blutwerten Übersichtstabelle (Normwerte Erwachsene)[1] Tumormarker Normwert Hauptanwendung CEA <4,6/10 ng/ml Kolorektales CA, andere Karzinome… 

Ratgeber Blutbild: Laborwerte richtig erklärt

Die wichtigsten Laborwerte im Blutbild geben nicht nur Auskunft über einzelne Krankheitszustände, sondern deren Interpretation und Verhältnis zueinander erlaubt fundierte Rückschlüsse auf Infektionen, Anämien, Blutbildungsstörungen und chronische Erkrankungen[1][2][3]. Die 10 zentralen Blutwerte Interpretation im Gesamtbild Die wirkliche diagnostische Aussage entsteht erst durch die Analyse aller Werte im Zusammenhang. Beispielsweise zeigen niedrige Erythrozyten und Hb bei hohem MCV eine makrozytäre Anämie (oft Vitamin-B12-Mangel), während niedrige MCV und MCH auf Eisenmangel hindeuten[3][2][6]. Erhöhte Leukozyten in Kombination mit erhöhtem CRP weisen auf eine akute bakterielle Infektion hin; gleichzeitig erhöhte Thrombozyten verweisen oft auf eine Entzündung oder ein Trauma[2][5][1]. Bei chronischer Blutungsanämie sinken Thrombozyten, Erythrozyten, Hb und Hämatokrit, während sich bei Leukämien auffällige Überhöhungen der Leukozyten und Veränderungen im Blutbild zeigen[5][6][8]. Veränderungen der Cholesterin- und Triglyceride-Werte sind lebensstilabhängig, aber auch Indikatoren für Diabetes, Lebererkrankungen und Gefäßschäden[1][10]. Erkrankungen, die im Blutbild entdeckt werden Zusammenfassung und…