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Lieblingsmusik bringt Opioide im Gehirn in Bewegung

Eine neue Bildgebungsstudie des Turku PET-Zentrums in Finnland hat gezeigt, dass das Hören von Lieblingsmusik die Funktion des Opioidsystems des Gehirns beeinflusst. Musik kann intensives Vergnügen hervorrufen, das manchmal körperlich als angenehmes Schaudern empfunden wird. Während die Wirkung von Musik auf das Vergnügen klar ist, sind die Mechanismen des Musikgenusses im Gehirn noch nicht vollständig verstanden. Das Opioidsystem des Gehirns ist bekanntermaßen an lustvollen Erlebnissen beteiligt, die mit überlebenswichtigen Verhaltensweisen wie Essen und Sex zusammenhängen. Diese neue Studie des Turku PET-Zentrums in Finnland zeigt erstmals, dass das Hören von Lieblingsmusik auch die Opioidrezeptoren im Gehirn aktiviert. Die Studie maß die Freisetzung von Opioiden im Gehirn mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET), während die Teilnehmer ihre Lieblingsmusik hörten. Zusätzlich wurde mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, wie sich die Dichte der Opioidrezeptoren auf die Gehirnaktivierung beim Musikhören auswirkt.

Gesundheitsrisiken von FFP2-Masken während der COVID-19-Pandemie: Peer-Review-Studien und aktuelle Erkenntnisse

Während der COVID-19-Pandemie wurden FFP2-Masken als zentrale Maßnahme zum Infektionsschutz eingeführt. Parallel zur Diskussion um die Wirksamkeit dieser Masken rückten auch potenzielle gesundheitliche Risiken in den Fokus der Forschung. Im Folgenden werden ausschließlich die Risiken des Tragens von FFP2-Masken dargestellt, basierend auf aktuellen, peer-reviewten Studien und wissenschaftlichen Berichten. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch dem Thema Titandioxid in Masken. Atemwiderstand und respiratorische Belastungen Das Tragen von FFP2-Masken erhöht nachweislich den Atemwiderstand. Mehrere Studien zeigen, dass dies zu einer erschwerten Sauerstoffaufnahme und einer erhöhten Rückatmung von Kohlendioxid führen kann. In einer Beobachtungsstudie wurden kontinuierliche respiratorische und hämodynamische Veränderungen dokumentiert, die sowohl kurzfristige als auch potenziell längerfristige Nebenwirkungen umfassen. Dazu gehören Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen. Besonders ältere Menschen sind anfälliger für maskeninduzierte Hyperkarbie (erhöhter CO?-Gehalt im Blut), Abfall des arteriellen Sauerstoffs und Blutdruckschwankungen. Die physiometabolischen Effekte sind bei FFP2-Masken ausgeprägter als bei… 

Blutmarker erkennen erbliche Alzheimer-Krankheit

Bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Alzheimer zeigen sich bereits elf Jahre vor dem erwarteten Auftreten von Demenzsymptomen veränderte Blutwerte, die auf geschädigte Nervenzellkontakte hinweisen. Dies zeigt sich im Spiegel des Proteins „Beta-Synuclein“. Ein internationales Team, darunter Forschende des DZNE, des Universitätsklinikums Ulm und der Universitätsmedizin Halle, berichtet darüber im Fachjournal „ Alzheimer’s & Dementia “. Der untersuchte Biomarker könnte möglicherweise dazu beitragen, Neurodegeneration frühzeitig zu erkennen und so einen geeigneten Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung festzulegen. Derzeit stehen neue Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit , der häufigsten Demenzform, zur Verfügung. Diese sogenannten Amyloid-Antikörper lösen den Abbau winziger Ablagerungen im Gehirn aus und können so den Krankheitsverlauf verzögern. Voraussetzung ist jedoch eine Behandlung im Frühstadium der Erkrankung. „Eine frühzeitige Diagnose wird daher immer wichtiger. Derzeit wird Alzheimer jedoch meist erst sehr spät diagnostiziert. Wir brauchen daher Fortschritte in der Diagnostik. Sonst können… 

Pankreaskarzinom: Neue Therapien, neue Hoffnung

Neue Therapieansätze eröffnen vielversprechende Perspektiven in der Behandlung des Pankreaskarzinoms, einer der aggressivsten Krebsarten mit bisher limitierten Behandlungsoptionen[7]. Die NEONAX-Studie, durchgeführt an 22 deutschen Pankreaskarzinom-Zentren, zeigt, dass eine präoperative Chemotherapie besser verträglich ist als eine postoperative Behandlung, mit einer Erfolgsquote von 90% gegenüber 42% bei der nachoperativen Therapie[4]. Innovative Behandlungsstrategien Kombinationstherapie Eine Kombination aus Operation und moderner Chemotherapie ermöglicht eine Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von bis zu 40%[3]. Die perioperative Systemtherapie hat sich als wichtiger nicht-chirurgischer Faktor zur Verbesserung des Überlebens erwiesen[4]. Molekulare Therapieansätze Ein bedeutender Durchbruch wurde mit KRAS-Inhibitoren erzielt, die bei Patienten mit spezifischer KRAS-G12C-Mutation das Tumorwachstum hemmen können[1]. Zusätzlich werden neue Immuntherapie-Konzepte entwickelt, die in Kombination mit KRAS-G12D-Inhibitoren vielversprechende Ergebnisse zeigen[1]. Personalisierte RNA-Impfstoffe BioNTech entwickelt derzeit in einer Phase-2-Studie mit 260 Patienten einen individualisierten mRNA-basierten Therapieansatz, der in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren und Standardchemotherapie eingesetzt wird[5]. Erste Daten weisen auf ein… 

Visugromab und Nivolumab: Neuer Ansatz in der Krebsbehandlung

Die erste klinische in Nature publizierte Studie mit dem anti-GDF-15-Antikörper Visugromab in Kombination mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor Nivolumab bei fortgeschrittenem Krebs bestätigt den Erfolg der Forschung „from bench to bedside“. Wichtige Vorarbeiten leistete die AG von Jörg Wischhusen am UKW mit der Erkenntnis, dass der Wachstums- und Differenzierungsfaktor 15 (GDF-15) die Wirkung von Immuntherapien wie anti-PD-1 hemmt, mit dem Konzept zur Verbesserung der Immuninfiltration in Tumore durch GDF-15-Blockade sowie mit der Entwicklung und Patentierung von anti-GDF-15-Antikörpern. Dass und wie der in vielen soliden Tumoren stark überexprimierte Wachstums- und Differenzierungsfaktor GDF-15 (Growth/Differentiation Factor 15) effektive Immunantworten gegen Tumore verhindert, zeigten die Universitätsmedizin Würzburg und ihr Spin-Off CatalYm im vergangenen Jahr erstmals im Wissenschaftsjournal Nature Communications. Die tumorimmunologische Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Wischhusen an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) konnte in präklinischen Modellen demonstrieren, dass eine Blockade von GDF-15 die etablierte… 

USA: Verheerende  Epidemie der Fettleibigkeit

In den letzten drei Jahrzehnten gab es in den USA einen erschreckenden Anstieg der Fettleibigkeitsfälle; seit 1990 hat sich die Zahl bei erwachsenen Männern und Frauen (ab 25 Jahren) sowie bei älteren weiblichen und männlichen Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) mindestens verdoppelt. Im Jahr 2021 wird die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Menschen auf über 208 Millionen ansteigen – ein Trend, der sich ohne wesentliche Reformen in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen dürfte, so eine neue umfassende Analyse des Global Burden of Disease Study Collaborator Network, die in The Lancet veröffentlicht wurde. In mehreren US-Bundesstaaten sind bereits besonders hohe Übergewichts- und Fettleibigkeitsraten erreicht: Über die Hälfte (52 %) der älteren männlichen Jugendlichen (im Alter von 15–24 Jahren) in Texas und fast zwei Drittel (63 %) der älteren weiblichen Jugendlichen in Mississippi lebten im Jahr 2021 mit Übergewicht oder Fettleibigkeit. Auch bei… 

Herzfrequenz von Hund und Besitzer ist gekoppelt

In einer Studie, die an der Universität Jyväskylä, der Fakultät für Psychologie und dem Jyväskylä-Zentrum für interdisziplinäre Hirnforschung durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass die Herzfrequenzvariabilität von Hund und Besitzer während der Interaktion miteinander verbunden sind. Die Herzfrequenzvariabilität, also die Variation der Herzschlagintervalle, zeigt den Zustand des autonomen Nervensystems an. Eine hohe Herzfrequenzvariabilität ist mit einem Zustand der Entspannung und Erholung verbunden, während eine niedrige Herzfrequenzvariabilität auf Stimulation oder Beanspruchung, wie etwa Stress während einer Prüfung oder sportlicher Leistung, hinweist. In dieser Studie war die hohe Herzfrequenzvariabilität des Besitzers mit der hohen Herzfrequenzvariabilität des Hundes verbunden und umgekehrt. Außerdem passten sich die körperlichen Aktivitätsniveaus von Hund und Besitzer während der Studie gegenseitig an. Mit anderen Worten: Wenn der Besitzer entspannt war, war auch der Hund entspannt. Außerdem waren die Aktivitätsniveaus von Besitzer und Hund während der gegebenen Aufgaben, wie etwa beim… 

Blutwerte der Demenz: Ein Überblick

Die Forschung macht bedeutende Fortschritte bei der Früherkennung von Demenz durch Blutuntersuchungen. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen: Beta-Synuclein als vielversprechender Biomarker Wissenschaftler haben das Protein Beta-Synuclein im Blut als wichtigen Indikator für eine beginnende Alzheimer-Erkrankung identifiziert. Dieses Protein steigt bereits im Frühstadium der Erkrankung an und könnte Nervenschädigungen etwa zehn Jahre vor dem Auftreten erster Symptome anzeigen[1]. Die Methode wurde in Studien mit 374 Patienten getestet und zeigte eine deutliche Korrelation zwischen Beta-Synuclein-Konzentration und strukturellen Veränderungen im Gehirn[2]. MicroRNAs als molekularer Fingerabdruck Ein deutsch-amerikanisches Forschungsteam entwickelte einen Test basierend auf MicroRNAs im Blut. Etwa 20 spezifische MicroRNAs bilden dabei einen molekularen Fingerabdruck, der mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Diese Methode ermöglicht die Identifikation von Menschen mit Alzheimer-Demenz sowie von Personen mit erhöhtem Demenzrisiko[4]. Protein-Biomarker für Langzeitprognose Wissenschaftler identifizierten vier entscheidende Proteine im Blut: – GFAP (zeigt Gehirnentzündungen an)– NEFL (verbunden… 

Schweiz: Labormedizin als Wirtschaftsmacht

Jenseits von Banken, Pillen und Schokolade etabliert sich die Schweizer Labormedizin zum wichtigen Wirtschaftsfaktor des Alpenlandes. Und avanciert zum Schlüsselpfektor im Schweizer Gesundheitswesen. Tatsächlich spielt die Labormedizin eine zentrale Rolle im Schweizer Gesundheitssystem: Rund 70 Prozent aller ärztlichen Therapieentscheidungen basieren auf labormedizinischen Ergebnissen[4]. Dabei generiert die Branche nicht nur medizinischen, sondern auch erheblichen wirtschaftlichen Nutzen. Wirtschaftliche Bedeutung Die Schweizer Labordiagnostik-Branche erwirtschaftete im Jahr 2022 eine Bruttowertschöpfung von 2,8 Milliarden Franken[6]. Mit rund 12.000 Beschäftigten ist sie ein bedeutender Arbeitgeber im Gesundheitssektor, wobei etwa 75 Prozent der Mitarbeitenden Frauen sind[6]. Bemerkenswert ist auch die Struktur der Branche: Zwei Drittel der Laborunternehmen sind Kleinbetriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden[6]. Medizinische Versorgung Die Labormedizin in der Schweiz ist flächendeckend organisiert. Die Analysen werden zu etwa gleichen Teilen von Arztpraxen, Spitälern und Privatlaboratorien durchgeführt[1]. Diese Labore arbeiten an sieben Tagen die Woche rund um… 

Die massive Vertrauenskrise des RKI

Die Vertrauenskrise beim Robert Koch-Institut: Zwischen Fehlern und mangelnder Transparenz Das Robert Koch-Institut (RKI) steht vor einer ernsten Vertrauenskrise, die durch den Umgang mit eigenen Fehlern und mangelnde Transparenz verschärft wurde. Die ehemals unauffällig arbeitende Gesundheitsbehörde geriet mit Beginn der Corona-Pandemie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und damit auch in die Kritik[1]. Die Kernprobleme Ein zentraler Kritikpunkt ist die Weigerung des RKI, einen systematischen Fehler bei der Berechnung der Impfwirksamkeit einzugestehen. Die Behörde verwendete eine fehlerhafte Berechnungsmethode, die zu einer deutlichen Überschätzung der Impfeffektivität führte. Statt der vom RKI berechneten 99 Prozent lag die korrekte Wirksamkeit bei 93 Prozent[1]. Mangelnde Fehlerkultur Besonders problematisch ist die Reaktion des RKI auf die Aufdeckung des Fehlers. Trotz eindeutiger Beweise beharrte die Behörde auf der Korrektheit ihrer Berechnung und fügte lediglich einen verharmlosenden Hinweis hinzu. Diese Unfähigkeit, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, hat das…