Berlin (Labnews Media LLC) – Das Protein AIFM1 fungiert als zentraler „Gatekeeper“ für den Energiefluss in den Mitochondrien der Zellen. Es entscheidet auf Basis des zellulären Energielevels, wie viel Brennstoffnachschub benötigt wird. Die Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten, mitochondriale Defekte vorherzusagen und zu behandeln.
Forschende der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin unter Leitung von Bioanalytiker Juri Rappsilber haben den Mechanismus mit Hilfe der Crosslinking-Massenspektrometrie aufgeklärt. Diese Methode macht flüchtige Protein-Interaktionen sichtbar. AIFM1 interagiert demnach bei Energiemangel mit dem Enzym Adenylatkinase 2 und reguliert so die ATP-Produktion.
Die Erkenntnisse ermöglichen es, Störungen der Energieversorgung an Computermodellen zu testen und Krankheiten wie Muskelschwund, Chorea Huntington oder erbliche Tumorerkrankungen besser zu verstehen. Die Arbeit entstand im Rahmen des neuen Forschungszentrums „Der Simulierte Mensch“ (Si-M), das am 22. April 2026 in Berlin-Wedding eröffnet wird. Dort sollen biologische Prozesse künftig präzise digital simuliert werden, um Krankheiten ohne direkten Eingriff in den Organismus vorherzusagen und personalisierte Therapien zu entwickeln.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Molecular Cell veröffentlicht.


