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Lebensveränderndes Medikament für Kinder mit seltener Epilepsie

Eine neue experimentelle Behandlung für Kinder mit einer schwer zu behandelnden Form der Epilepsie ist sicher und kann Anfälle drastisch reduzieren, was ihnen hilft, ein viel gesünderes und glücklicheres Leben zu führen, wie die Ergebnisse einer vom UCL (University College London) und Great Ormond Street Hospital geleiteten Studie zeigen internationale klinische Studie. In einem neuen Artikel veröffentlicht in Das New England Journal of MedicineDie Forscher fanden heraus, dass Kinder mit Dravet-Syndrom bis zu 91 Prozent weniger Anfälle hatten, während ihnen regelmäßig ein neues Medikament namens Zorevunersen verabreicht wurde. Die Ergebnisse zeigen erstmals auch das Potenzial, die Auswirkungen der Erkrankung auf die mentalen Prozesse und das Verhalten eines Kindes zu verringern. Die Lebensqualität der Kinder verbesserte sich über einen Zeitraum von drei Jahren und die meisten Nebenwirkungen der Behandlung waren mild. Das Dravet-Syndrom ist eine verheerende genetische Erkrankung, die zu häufigen, schwer… 

Sucht: GLP-1-Medikamente senken Risiko für Substanzstörungen

Medikamente aus der Klasse der GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) wie Semaglutid und Tirzepatid sind mit einem deutlich geringeren Risiko für die Entstehung und die schweren Komplikationen von Substanzgebrauchsstörungen verbunden – und das unabhängig von der betroffenen Substanz. Dies zeigt eine große Kohortenstudie der Washington University School of Medicine in St. Louis an mehr als 600.000 US-Veteranen mit Typ-2-Diabetes. Die Analyse umfasste elektronische Gesundheitsdaten von 606.434 Patienten mit Typ-2-Diabetes. Verglichen wurden Personen, die GLP-1-RA erhielten (meist Semaglutid, Liraglutid oder Dulaglutid), mit solchen, die andere Diabetesmedikamente (SGLT2-Inhibitoren) bekamen. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu drei Jahre ab Therapiebeginn. Bei 524.817 Teilnehmern ohne vorbestehende Substanzstörung war die Einnahme von GLP-1-RA mit einem um 14 Prozent geringeren Risiko für die Neuentstehung einer Substanzgebrauchsstörung assoziiert. Substanzspezifisch sanken die Risiken um 18 Prozent (Alkohol), 14 Prozent (Cannabis), 20 Prozent (Kokain und Nikotin) sowie 25 Prozent (Opioide). Pro 1.000 GLP-1-Anwender… 

Explainer: Wie Metformin bei Typ-2-Diabetes wirkt – und warum Alkohol tabu ist

Metformin ist seit Jahrzehnten das weltweit am häufigsten eingesetzte orale Antidiabetikum und gilt bei Typ-2-Diabetes als Mittel der ersten Wahl – insbesondere bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Biguanide und senkt den Blutzuckerspiegel auf mehreren Wegen, ohne die Bauchspeicheldrüse stark zu belasten. Wirkmechanismus auf biochemischer Ebene Warum Alkohol unter Metformin tabu ist – das Risiko der Laktatazidose Metformin hemmt – wie beschrieben – den mitochondrialen Komplex I der Atmungskette. Dadurch steigt der NADH/NAD?-Quotient und die Pyruvat-Dehydrogenase wird gehemmt. Pyruvat wird vermehrt zu Laktat umgewandelt (Laktatbildung ?). Normalerweise wird Laktat in der Leber über den Cori-Zyklus wieder zu Glukose aufgebaut. Bei höheren Metformin-Konzentrationen oder zusätzlicher Belastung (z. B. Nierenfunktionsstörung) kann jedoch die hepatische Laktat-Clearance überfordert werden. Alkohol verstärkt diesen Effekt massiv: Ethanol wird in der Leber über Alkoholdehydrogenase (ADH) und Aldehyddehydrogenase (ALDH) zu Acetat abgebaut –… 

Kanadisches Tool hilft Senioren, unnötige Medikamente zu reduzieren

Forscher der McGill University haben ein digitales Tool entwickelt und lizenzieren es nun. Damit soll die Einnahme von Medikamenten, die für Patienten unnötig oder sogar schädlich sein können, auf sichere Weise reduziert werden. Wenn Ärzte die Patientenakte überprüfen, markiert MedSafer potenziell ungeeignete Medikamente. In einer neuen klinischen Studie konnte mithilfe der Software 36 Prozent der Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen auf solche Medikamente verzichten – fast dreimal so viele wie bei Überprüfungen ohne das Tool. „Manchmal geben wir dem Alter die Schuld für Gedächtnisverlust oder Mobilitätsprobleme, obwohl die wahre Ursache die Medikamente sind“, sagte die Hauptautorin Dr. Emily McDonald , außerordentliche Professorin in der medizinischen Fakultät der McGill University, Wissenschaftlerin am Forschungsinstitut des McGill University Health Centre (dem Institut) und leitende Ärztin am McGill University Health Centre. „Ich habe Patienten erlebt, die nach dem Absetzen eines sedierenden Medikaments zunächst kaum ansprechbar waren… 

Lebensgefahr durch Abnehmspritzen – die Übersicht

Die sogenannten „Abnehmspritzen“ auf Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten (u.?a. Semaglutid, Liraglutid, Tirzepatid; Handelsnamen etwa Ozempic, Wegovy, Mounjaro) haben sich in der Adipositas- und Diabetestherapie etabliert – doch zunehmend werden schwerwiegende, teils lebensbedrohliche Nebenwirkungen berichtet. Gastrointestinale Katastrophen Zu den gravierendsten Komplikationen zählen akute Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Darmverschluss (Ileus) sowie Magenlähmungen (Gastroparese). Neben Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können bei einzelnen Patientinnen und Patienten rasch lebensbedrohliche Zustände auftreten. Aktuelle Studien zeigen, dass das Risiko für eine Pankreatitis unter GLP-1-Agonisten gegenüber anderen Abnehmpräparaten um das bis zu 9-Fache erhöht sein kann. Bereits einzelne Todesfälle, die auf multiples Organversagen nach Pankreatitis zurückgeführt wurden, sind dokumentiert[1][2][3][4]. Auch der mechanische Darmverschluss trat klinisch auffällig häufiger auf: Durch die verlangsamte Magen-Darm-Passage unter dem Medikament kann sich ein Ileus entwickeln, mit dem Risiko eines Durchbruchs (Perforation) und Kreislaufschocks[2][3]. Die Folge sind Notfälle, die eine sofortige stationäre Therapie und chirurgisches… 

Analyse der Abhängigkeit der EU von den USA und Russland im Bereich Arzneimittel

Die Versorgungssicherheit und strategische Unabhängigkeit im Bereich der Arzneimittel ist für die Europäische Union (EU) von zentraler Bedeutung. In den letzten Jahren haben geopolitische Spannungen, Lieferkettenprobleme und die COVID-19-Pandemie die Verwundbarkeit internationaler Handelsströme offengelegt. Diese Analyse beleuchtet die konkrete Abhängigkeit der EU von den USA und Russland im Arzneimittelsektor – mit Fokus auf Handelsvolumina, Marktanteile, kritische Rohstoffe und politische Risiken. 1. Überblick: Die EU als globaler Pharmariese Die EU ist einer der weltweit größten Produzenten und Exporteure von Arzneimitteln. Im Jahr 2024 erreichte der Handelsüberschuss der EU im Bereich medizinischer und pharmazeutischer Produkte mit 193,6 Milliarden Euro einen Rekordwert. Die Exporte stiegen um 13,5 % auf 313,4 Milliarden Euro, während die Importe nur leicht um 0,5 % auf 119,7 Milliarden Euro zunahmen[5][11]. Die wichtigsten Exportziele außerhalb der EU waren die USA (38,2 % aller Exporte, 119,8 Mrd. €), gefolgt von…