Genf (Labnews Media LLC) – Die Zahl der Darmkrebsfälle bei Personen unter 50 Jahren steigt in der Schweiz seit Jahren kontinuierlich an. Eine landesweite Studie der Universität Genf und der Genfer Universitätsspitäler hat diesen Trend erstmals umfassend belegt.
Die Analyse umfasst 96.410 Fälle aus den Jahren 1980 bis 2021. Erkrankungen vor dem 50. Lebensjahr machen 6,1 Prozent aller Diagnosen aus. Die Inzidenz in dieser Altersgruppe beträgt rund sieben Fälle pro 100.000 Personen und Jahre und steigt jährlich um etwa 0,5 Prozent. Besonders betroffen sind Rektumkarzinome bei Männern und Frauen sowie rechtsseitige Dickdarmkarzinome bei jungen Frauen.
Demgegenüber geht die Erkrankungsrate bei Personen zwischen 50 und 74 Jahren – der klassischen Screening-Gruppe – deutlich zurück. Bei Männern sinkt sie um 1,7 Prozent, bei Frauen um 2,8 Prozent pro Jahr.
Zum Zeitpunkt der Diagnose weisen fast 28 Prozent der unter 50-Jährigen bereits Metastasen auf – ein deutlich höherer Anteil als bei älteren Patienten. Die Autoren fordern eine stärkere Sensibilisierung für Frühsymptome wie anhaltende Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten oder ungewollten Gewichtsverlust.
Mögliche Ursachen für den Anstieg bei jüngeren Erwachsenen sind Veränderungen in Ernährung und Lebensstil, zunehmende Adipositas sowie Einflüsse auf das Mikrobiom. Eine einzelne Ursache lässt sich derzeit nicht benennen.
Die Studie wurde am 21. April 2026 in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht.

