Nürtingen (Labnews Media LLC) – Ein frühzeitiger Einsatz schneller Erregeridentifizierung und Resistenztestung (ID/AST) bei Blutstrominfektionen könnte in Deutschland pro Jahr rund 3.800 sepsisbedingte Todesfälle vermeiden und das Gesundheitssystem mit etwa 153 Millionen Euro entlasten. Das ergibt eine internationale gesundheitsökonomische Studie des Office of Health Economics (OHE).
Die modellbasierte Analyse für die G7-Staaten zeigt, dass eine rasche Diagnostik das Risiko einer Sepsisprogression senkt, klinische Ergebnisse verbessert und Kosten spart. In Deutschland betreffen die Berechnungen rund 77.000 stationär behandelte Patienten mit Blutstrominfektionen. Die Einsparungen entstehen vor allem durch kürzere Krankenhausaufenthalte, weniger Intensivbehandlungen und reduzierte Komplikationen.
Die Ergebnisse unterstützen die Ziele der nationalen Antibiotika-Resistenzstrategie DART 2030, die eine Senkung der sepsisbedingten Sterblichkeit um 30 Prozent bis 2030 anstrebt. Auch das neue Qualitätssicherungsverfahren (QS) Sepsis des Gemeinsamen Bundesausschusses setzt auf eine schnellere mikrobiologische Diagnostik.
bioMérieux, ein führender Anbieter in der In-vitro-Diagnostik, hat die Studie veröffentlicht und fordert eine schnellere Umsetzung der schnellen Labordiagnostik in den Kliniken.
