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Direkte Injektion von Nivolumab in orale Vorstufen reduziert Krebsrisiko deutlich

Houston (Labnews Media LLC) – Die direkte Injektion von niedrig dosiertem Nivolumab in präkanzeröse orale Läsionen hat in einer ersten klinischen Studie die Läsionsgröße im Durchschnitt um 60 Prozent verringert und das Fortschreiten zu Krebs bei den meisten Patienten verhindert. Das Verfahren könnte künftig Operationen weitgehend ersetzen und die Lebensqualität der Betroffenen erhalten.

Die Phase-I-Studie des University of Texas MD Anderson Cancer Center untersuchte 29 Patienten mit oraler Dysplasie hohen Risikos. Nach median 14,5 Monaten Nachbeobachtung zeigte sich bei 85 Prozent eine Größenreduktion der Läsionen, bei 65 Prozent um mehr als 50 Prozent. Zwölf Patienten wiesen eine Rückbildung der Dysplasie auf, sechs zeigten keine Dysplasie mehr. Nur sechs behandelte Läsionen entwickelten sich zu Krebs und konnten frühzeitig operiert werden. Die übrigen Patienten benötigten keine weitere chirurgische Entfernung.

Die Nebenwirkungen waren überwiegend leicht (Grad 1 oder 2) und gut verträglich. Systemische Exposition gegenüber dem Immuncheckpoint-Inhibitor war mit weniger als zehn Mikrogramm pro Milliliter deutlich geringer als bei intravenöser Gabe. Gewebestudien zeigten eine verstärkte Infiltration von CD4- und CD8-T-Zellen in den behandelten Läsionen.

Die bisherige Standardtherapie besteht in der chirurgischen Entfernung oder Abtragung der Läsionen. Bei Mehrfachläsionen und Rezidiven führt dies häufig zu wiederholten Eingriffen mit erheblichen Beeinträchtigungen von Schlucken, Sprechen und Essen. Die lokale Immuntherapie könnte diesen Kreislauf durchbrechen und gleichzeitig systemische Toxizitäten vermeiden, die bei krebsfreien Patienten unverhältnismäßig hoch wären.

Die Ergebnisse wurden am 21. April 2026 auf dem Jahrestreffen der American Association for Cancer Research (AACR) in San Diego vorgestellt. Eine placebokontrollierte Phase-II-Studie zur Behandlung mehrerer Läsionen ist in Planung. Das Konzept könnte auch für Vorstufen anderer Krebsarten wie Haut-, Zervix- oder Dickdarmkrebs relevant sein.

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The Editors in Chief of lab-news.de are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu