Die Widersprüche der amerikanischen Drogenpolitik
Am 27. November 2025 kündigte Präsident Donald Trump an, dass die Vereinigten Staaten „sehr bald“ Bodeneinsätze gegen mutmaßliche Drogennetzwerke in Venezuela durchführen werden. Diese Ankündigung folgt auf monatelange Eskalation: maritime Schläge in der Karibik, die nach Angaben der Regierung bereits 85 Prozent der seegebundenen Drogenlieferungen aus der Region abgefangen haben, die Freigabe von CIA-Sonderoperationen sowie die Einstufung des angeblichen venezolanischen „Cartel de los Soles“ als terroristische Organisation. Kriegsminister Pete Hegseth erklärte, diese Klassifizierung eröffne neue militärische Optionen, darunter gezielte Angriffe auf Produktionsstätten. So berechtigt der Kampf gegen Drogenkriminalität erscheinen mag – die geplante Intervention wirft grundsätzliche Fragen auf: nach den tatsächlichen Ursachen der amerikanischen Drogenkrise, nach der historischen Rolle der USA in Lateinamerika und nach der Plausibilität einer militärischen Lösung. Die Opioid-Krise, die Trump mit Venezuela in Verbindung bringt, ist in erster Linie ein amerikanisches Eigengewächs. Ihr Ausgangspunkt liegt nicht…










