Die tödlichen Risiken von Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln – ein evidenzbasierter Überblick
Kurkuma (Curcuma longa) und insbesondere sein Hauptinhaltsstoff Curcumin gelten in der Bevölkerung und in vielen Wellness-Kreisen als nahezu risikofreies „Superfood“. Hochdosierte Kurkuma- und Curcumin-Nahrungsergänzungsmittel werden millionenfach konsumiert – oft in Dosen, die das 50- bis 100-fache der normalen küchenüblichen Menge überschreiten. Während moderate Mengen aus der Nahrung praktisch unbedenklich sind, zeigen mittlerweile zahlreiche peer-reviewte Fallberichte, Kohortenstudien und pharmakokinetische Untersuchungen, dass hochdosierte Kurkuma-Präparate schwere, teilweise tödliche Leberschäden verursachen können. Seit etwa 2017 häufen sich insbesondere Berichte über akute hepatotoxische Reaktionen, die teilweise zu Leberversagen und Tod geführt haben. 1. Akutes Leberschäden und tödliche Hepatitis durch Curcumin-Präparate Die schwerwiegendsten dokumentierten Fälle betreffen ein akutes medikamenteninduziertes Leberschäden (DILI – Drug-Induced Liver Injury) mit hepatocellulärem Schadensmuster (hohe Transaminasen, oft >1000 U/l) und teilweise fulminantem Verlauf. Diese Fälle zeigen ein klares Muster: Fast immer handelte es sich um Präparate mit Bioverfügbarkeits-Verbesserern (meist Piperin/Black Pepper-Extrakt oder…










