London (Labnews Media LLC) – Eine biologisch ältere Körperzellalterung ist mit einem deutlich höheren Demenzrisiko und einem früheren Erkrankungsalter verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der King’s College London. Durch die Kombination von biologischem Alter und genetischem Risiko lassen sich Personen mit besonders hohem Demenzrisiko frühzeitig identifizieren.
Die Forschenden werteten Daten von mehr als 220.000 Teilnehmern der UK Biobank aus. Sie berechneten das metabolomische Alter (MileAge) anhand von Blutmetaboliten und verglichen es mit dem chronologischen Alter. Personen, deren biologisches Alter mehr als eine Standardabweichung über dem Durchschnitt lag, hatten ein um 20 Prozent höheres Demenzrisiko. Bei vaskulärer Demenz stieg das Risiko sogar um 60 Prozent.
Besonders hoch war das Risiko bei Personen, die sowohl eine fortgeschrittene biologische Alterung als auch das höchste genetische Risiko aufwiesen – also zwei Kopien des APOE-?4-Allels trugen. Diese Gruppe war bis zu zehnmal häufiger von Demenz betroffen als der Durchschnitt der Studienteilnehmer.
Die Studie legt nahe, dass metabolomische Altersuhren eigenständige biologische Informationen liefern, die für das Demenzrisiko relevant sind. Da sie auf einer einfachen Blutprobe basieren, könnten sie künftig Teil eines Screening-Programms im mittleren Lebensalter werden oder bei der Auswahl von Teilnehmern für Präventions- und Therapiestudien helfen.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht. Die Arbeit wurde vom NIHR Maudsley Biomedical Research Centre gefördert.
Journal
Alzheimer s & Dementia
