New York (Labnews Media LLC) – Ein erhöhtes Verhältnis von Neutrophilen zu Lymphozyten (NLR) im Blut könnte Patienten mit erhöhtem Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen bereits vor dem Auftreten erster kognitiver Beeinträchtigungen identifizieren. Das zeigt eine großangelegte Studie der NYU Langone Health.
Die Forschenden werteten NLR-Werte von fast 400.000 Patienten aus zwei Gesundheitssystemen aus – darunter rund 285.000 aus vier NYU Langone-Krankenhäusern und 85.000 aus dem Veterans Health Administration-System. Ein erhöhtes NLR war in beiden Populationen signifikant mit einem höheren langfristigen und kurzfristigen Risiko für Alzheimer und Demenz assoziiert. Das Risiko war bei hispanischen Patienten und bei Frauen besonders ausgeprägt.
Die Studie ist die erste groß angelegte Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen Neutrophilen-Werten und einem späteren Demenzrisiko beim Menschen nachweist. Die Messung erfolgte jeweils vor der Diagnose einer Demenzerkrankung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Neutrophilen-Entzündungsprozesse bereits vor kognitiven Symptomen aktiv zur Krankheitsentstehung beitragen könnten.
Das NLR lässt sich routinemäßig aus einem einfachen Blutbild ermitteln. Die Autoren sehen darin einen möglichen Einstieg für weitere diagnostische Abklärungen und frühzeitige Interventionen bei Risikopatienten.
Die Studie wurde am 3. April 2026 in der Fachzeitschrift Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht.

