Berlin (Labnews Media LLC) – Hantaviren sind in Deutschland endemisch und treten vor allem in bestimmten Regionen auf. Aktuell sorgt ein Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik für Aufmerksamkeit, bei dem auch ein deutscher Staatsbürger ums Leben gekommen sein soll.
In Deutschland werden Hantavirus-Infektionen jährlich gemeldet, mit starken Schwankungen je nach Nagetierpopulation. Besonders betroffen sind Waldgebiete in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsens. Die Landkreise Göppingen und Heidenheim gelten derzeit als Risikogebiete. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über den Kot und Urin infizierter Nagetiere wie der Rötelmaus. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist in Europa extrem selten.
Der aktuelle Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius vor Kap Verde hat mehrere bestätigte oder vermutete Fälle sowie Todesfälle zur Folge. Unter den Betroffenen befindet sich auch ein Deutscher. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) untersuchen den Vorfall. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa wird derzeit als sehr gering eingestuft.
In Deutschland verlaufen die meisten Hantavirus-Infektionen grippeähnlich mit Fieber, Gliederschmerzen und Schwindel. Schwere Verläufe mit Nieren- oder Lungenversagen sind selten, Todesfälle seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 extrem rar. Die Symptome treten meist 2 bis 4 Wochen nach der Ansteckung auf.
Experten raten zur Vorsicht in Wald- und Wiesenlandschaften: Schutzkleidung, Händewaschen und das Vermeiden von Staubaufwirbelung in Nagetierhabitaten können das Infektionsrisiko minimieren. Besonders in Risikogebieten sollten Menschen mit grippeähnlichen Symptomen nach Aufenthalt in der Natur ärztlichen Rat einholen.
Die aktuelle Situation zeigt, dass Hantaviren sowohl in Deutschland als auch international eine andauernde Herausforderung darstellen – vor allem durch die enge Verbindung zu Nagetierpopulationen und menschlicher Aktivität in der Natur.
