Prag/Seoul (LabNews Media LLC) – Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken. Besonders hoch ist das Risiko bei Patienten mit insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes und bei Typ-1-Diabetes. Das geht aus einer großen südkoreanischen Studie hervor, die auf dem 28. Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag vorgestellt wurde.
Forscher der Kyung Hee University Hospital at Gangdong und des Samsung Medical Center analysierten Daten von mehr als 1,3 Millionen Erwachsenen ab 40 Jahren ohne vorherige Demenzdiagnose. Die Teilnehmer wurden je nach Diabetes-Status in Gruppen eingeteilt: kein Diabetes, Typ-2-Diabetes mit oralen Antidiabetika, Typ-2-Diabetes mit Insulin sowie Typ-1-Diabetes. Der Beobachtungszeitraum reichte von 2013 bis 2024.
Im Vergleich zu Personen ohne Diabetes war das Demenzrisiko bei Typ-2-Diabetes-Patienten unter oraler Therapie um das 1,3-Fache erhöht. Bei insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes stieg es auf das 2,1-Fache und bei Typ-1-Diabetes auf das 2,4-Fache. Ähnliche Risikoerhöhungen zeigten sich für Alzheimer-Demenz und vaskuläre Demenz.
„Dies deutet darauf hin, dass nicht alle Diabetesformen das gleiche Risiko bergen und dass Patienten mit intensiverer oder insulinabhängiger Behandlung besonders gefährdet sind“, erklärte Studienleiterin Professor Ji Eun Jun von der Kyung Hee University Hospital at Gangdong.
Die Forscher vermuten, dass wiederholte Hypoglykämien und starke Blutzuckerschwankungen bei insulinbehandelten Patienten eine wesentliche Rolle spielen. Künftige Studien sollen diese Mechanismen genauer untersuchen. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, Hochrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren und durch bessere Blutzuckerkontrolle und kontinuierliches Glukosemonitoring das Demenzrisiko zu senken.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Diabetes, Obesity and Metabolism veröffentlicht.
