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Rumänien zu Zahlung von rund 600 Millionen Euro an Pfizer verurteilt

Ein Tribunal des Brüsseler Gerichts erster Instanz (Tribunal de Première Instance francophone) hat Rumänien und Polen am Mittwoch in erster Instanz verurteilt, ausstehende Beträge für nicht abgenommene COVID-19-Impfstoffdosen des Herstellers Pfizer/BioNTech zu zahlen. Rumänien muss demnach etwa 600 Millionen Euro (rund 3 Milliarden Lei) für rund 29 Millionen Dosen überweisen – eine Entscheidung, die vollstreckbar, aber noch nicht rechtskräftig ist. Gesundheitsminister Alexandru Rogobete bezeichnete den zugrundeliegenden dritten EU-weiten Vertrag aus dem Mai 2021 als „ohne klare Fundamentierung der Notwendigkeit“ und nannte die Impfkampagne insgesamt einen „Misserfolg“. In einer Pressekonferenz am Mittwochabend erklärte Rogobete, die bestellte Menge von allein 29 Millionen zusätzlichen Pfizer-Dosen übersteige bei weitem den Bedarf der rumänischen Bevölkerung – selbst unter Einrechnung von Auffrischungsimpfungen. „Se vede de la distan?? c? dozele de vaccin doar de la Pfizer dep??esc cu mult popula?ia României, inclusiv cu rapel“, zitierte die Nachrichtenagentur… 

Donald Trump. Credits: White House

Die stille Abwanderung: Wie Trumps Wissenschaftspolitik Amerikas Forscher vertreibt

Dr. Eirliani Abdul Rahman hat Harvard hinter sich gelassen. Die Sozialwissenschaftlerin mit einem Doktortitel in Public Health der Eliteuni zog Anfang März 2026 mit einem Stipendium der Baden-Württemberg-Stiftung an die Universität Mannheim. Grund: die zunehmenden Einschränkungen der akademischen Freiheit in den USA seit dem Amtsantritt der Trump-Regierung im Januar 2025. „In Mannheim fühle ich mich zum ersten Mal seit Langem wieder sicher und frei in meiner Arbeit“, erklärte sie. Rahman, die zuvor über ein Jahrzehnt mit dem Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi in Indien gegen Kinderhandel und sexuellen Missbrauch kämpfte, ist kein Einzelfall – sie steht für einen wachsenden Trend: US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler verlassen ihr Land, weil die Politik ihnen die Grundlage ihrer Forschung entzieht. Was als Einzelgeschichte beginnt, ist Teil einer systemischen Krise. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus hat die Administration massive Kürzungen bei den zentralen Forschungsförderern durchgesetzt: Dem National… 

Ultra-schnelle PCR und CRISPR-Tests: Innovative POC-Plattformen drängen auf den Markt

Neben der Baebies FINDER-Plattform etablieren sich weitere neuartige Point-of-Care-Systeme (POC), die molekulare Diagnostik noch schneller und breiter einsetzbar machen. Im ersten Quartal 2026 haben mehrere Hersteller FDA-Zulassungen oder Breakthrough-Device-Status für Technologien erhalten, die Ergebnisse in unter zehn Minuten liefern oder auf CRISPR-Basis ohne Laborinfrastruktur arbeiten. Besonders hervorzuheben ist das LEX VELO-System des britischen Unternehmens LEX Diagnostics. Es erhielt im Februar 2026 die FDA-510(k)-Zulassung und CLIA-Waiver für einen ultra-schnellen molekularen PCR-Test auf Atemwegserreger. Die Plattform liefert hoch-sensitive Ergebnisse direkt vom Abstrich in weniger als zehn Minuten und richtet sich gezielt an dezentrale Settings wie Notaufnahmen und Arztpraxen. Ebenfalls im Fokus steht die Nanopath-Plattform aus Cambridge (Massachusetts). Sie erhielt im November 2025 den FDA-Breakthrough-Device-Status für einen molekularen Schnelltest bei komplizierten Harnwegsinfektionen. Das System ermöglicht hochpräzise molekulare Diagnostik in Minuten und adressiert damit eine der häufigsten ambulanten Infektionsursachen. Eine neue Dimension eröffnen CRISPR-basierte… 

Baebies FINDER: Erstes multifunktionales Molekular-POC-System mit FDA-Zulassung

Das US-Diagnostikunternehmen Baebies hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die 510(k)-Zulassung und CLIA-Waiver für seinen Flu-A&B/SARS-CoV-2-Test auf der FINDER-Plattform erhalten. Damit wird FINDER zum ersten molekularen Point-of-Care-System, das molekulare PCR-Tests mit chemischen, gerinnungsphysiologischen und immunologischen Assays auf einer einzigen Plattform kombiniert. Das kompakte, vollautomatisierte Gerät liefert PCR-qualitative Ergebnisse direkt am Behandlungsort: Positive Befunde liegen bereits nach etwa 15 Minuten vor, negative nach rund 20 Minuten. Es basiert auf digitaler Mikrofluidik und integriert Probenvorbereitung und RT-PCR in einer geschlossenen Kartusche. Der Arbeitsablauf umfasst nur drei einfache Schritte und erfordert keine spezielle Laborinfrastruktur oder große Blutvolumina. Im Vergleich zu etablierten molekularen POC-Systemen hebt sich FINDER vor allem durch seine Multifunktionalität ab. Während Plattformen wie Cepheid GeneXpert oder Roche cobas liat ausschließlich molekulare PCR-Tests durchführen (Ergebnisse in 20 bis 60 Minuten), kann FINDER zusätzlich chemische Tests (z. B. G6PD) und Gerinnungstests (Anti-Faktor-Xa mit Breakthrough-Device-Status)… 

Neue Gen-Editing-Plattform für seltene Lebererkrankungen – FDA-Rahmenwerk ebnet Weg

Forscher des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) und der Penn Medicine haben eine anpassbare In-vivo-Prime-Editing-Plattform entwickelt, die infantile Formen von Harnstoffzyklus-Störungen (UCDs) und andere genetische Lebererkrankungen gezielt behandeln soll. Die Methode ermöglicht eine schnelle Anpassung an individuelle Genvarianten und wurde speziell im Hinblick auf das neue „plausible mechanism“-Rahmenwerk der US-Arzneimittelbehörde FDA konzipiert. Die Ergebnisse sind am 31. März 2026 im „American Journal of Human Genetics“ erschienen. Das zweistufige System besteht aus Lipid-Nanopartikeln (LNP), die die mRNA für den Editor in die Leber schleusen, und einem maßgeschneiderten Adeno-assoziierten Virus (AAV), das die Guide-RNAs liefert. In Zellmodellen und präklinischen Studien korrigierte die Plattform 30 bis 40 Prozent der betroffenen Genvarianten im Lebergewebe – deutlich über dem Schwellenwert von etwa zehn Prozent, der für einen klinischen Nutzen bei UCDs als ausreichend gilt. UCDs sind seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen, bei denen Ammoniak nicht ausreichend abgebaut… 

Kaum KI-Einsatz in US-Unternehmen

Die Mehrheit der amerikanischen Unternehmen experimentiert mit Künstlicher Intelligenz (KI), hat die Technologie aber noch nicht in größerem Maßstab in die Arbeitsabläufe integriert. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsforschungsorganisation The Conference Board unter mehr als 250 Personalchefs. Demnach befinden sich 60 Prozent der Organisationen in einem frühen Stadium der KI-Reife. Nur elf Prozent berichten von einer fortgeschrittenen Integration. Obwohl mehr als die Hälfte der Beschäftigten (52 Prozent) glaubt, dass verbesserte KI-Kenntnisse ihre Aufstiegschancen zumindest mittelstark verbessern würden, spielt KI-Kompetenz bei Beförderungsentscheidungen nach Angaben von 56 Prozent der Personalverantwortlichen derzeit noch kaum oder gar keine Rolle. Unternehmen mit höherer KI-Reife berücksichtigen diese Fähigkeit allerdings häufiger. Trotz weit verbreiteter Befürchtungen vor KI-bedingten Stellenstreichungen nennen nur sechs Prozent der Unternehmen die Technologie als Hauptgrund für Entlassungen. In den vergangenen sechs Monaten haben 37 Prozent der befragten Organisationen Personal abgebaut – meist aus Gründen… 

SuperAgers bilden mehr neue Nervenzellen

Bei geistig besonders leistungsfähigen Hochbetagten lassen sich im Hippocampus einzigartige molekulare Signaturen nachweisen, die mit der Neubildung von Nervenzellen zusammenhängen. Das zeigt eine Studie, die mehr als 350.000 einzelne Hirnzellen von Verstorbenen untersucht hat. Die sogenannten SuperAgers – Menschen ab 80 Jahren mit Gedächtnisleistungen wie 50- bis 60-Jährige – weisen dabei deutlich mehr neu gebildete Neuronen auf als andere kognitiv gesunde Ältere oder Alzheimer-Patienten. Ein von den National Institutes of Health (NIH) gefördertes Team der University of Illinois in Chicago um die Forscher Orly Lazarov und Jalees Rehman verglich die molekularen Profile junger Erwachsener mit denen älterer Menschen unterschiedlicher kognitiver Leistungsfähigkeit. SuperAgers zeigten nicht nur eine eigene charakteristische Signatur der Neurogenese, sondern auch besser erhaltene zelluläre Prozesse wie die neuronale Kommunikation und das Überleben der Zellen. Bei Alzheimer-Patienten fanden die Wissenschaftler dagegen Hinweise auf Störungen bei der Bildung neuer Nervenzellen.… 

Analyse: Donald Trump vs. Kaiser Nero

Historische Analogien zwischen modernen Politikern und antiken Herrschern wie Nero (Regierungszeit 54–68 n. Chr.) dienen oft der Illustration von Machtdynamiken, Persönlichkeitsmustern oder Führungsstilen. Sie sind jedoch hochproblematisch, da die Kontexte grundlegend unterschiedlich sind: Nero war absoluter Alleinherrscher in einem antiken Imperium ohne Gewaltenteilung oder freie Wahlen, während Trump als gewählter Präsident in einer demokratischen Republik mit Checks and Balances agierte. Historiker warnen explizit davor, Trump direkt auf Nero zu „mappen“, da die politischen Systeme, Gesellschaften und Verfassungen keinerlei vergleichbare Struktur aufweisen. Dennoch lassen sich auf faktenbasierter Ebene – gestützt auf antike Quellen (Tacitus, Sueton, Cassius Dio) und psychologische sowie biografische Analysen zu Trump – Parallelen in bestimmten Verhaltensmustern erkennen, die vor allem mit narzisstischen Zügen, Selbstdarstellung und Machtausübung zu tun haben. Diese Analyse bleibt streng bei nachprüfbaren Fakten und betont sowohl Ähnlichkeiten als auch gravierende Unterschiede. 1. Selbstinszenierung als Performer… 

Leitartikel: Warum Berlin Ramstein überdenken könnte

Im Zuge der eskalierenden US-geführten Militäroperation gegen den Iran haben zwei wichtige NATO-Partner eine klare Linie gezogen. Spanien hat nicht nur die Nutzung seiner gemeinsam betriebenen Stützpunkte Rota und Morón durch amerikanische Truppen untersagt, sondern seit dem 30. März 2026 auch seinen Luftraum vollständig für alle US-Flugzeuge gesperrt, die an Operationen im Zusammenhang mit dem Konflikt beteiligt sind. Italien hat ähnlich die Erlaubnis verweigert, das strategisch entscheidende Stützpunkt Sigonella für amerikanische Maschinen zu nutzen. Diese Entscheidungen haben dazu geführt, dass US-Tanker, Drohnen und Unterstützungsflugzeuge umgeleitet werden – viele davon landen inzwischen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland. Während Washington Ramstein weiterhin als zentrales europäisches Kommandozentrum für Drohnenangriffe und Raketenkoordination nutzt, gerät Berlin zunehmend unter Druck, sich dieselbe Frage zu stellen, die Madrid und Rom bereits beantwortet haben: Ist die Nutzung souveränen Territoriums mit unseren nationalen Interessen, unserem Recht und unseren… 

Editorial: Why Berlin Might Reconsider Ramstein – Following the Lead of Spain and Italy

In the escalating U.S.-led military campaign against Iran, two key NATO allies have drawn a firm line. Spain has not only barred American forces from its jointly operated bases at Rota and Morón but, as of March 30, 2026, has closed its airspace entirely to any U.S. aircraft involved in operations tied to the conflict. Italy has similarly refused permission for American planes to use the strategically vital Sigonella air base. These decisions have forced the rerouting of U.S. tankers, drones, and support aircraft—many of which have landed at Ramstein Air Base in Germany. Yet while Washington continues to rely heavily on Ramstein as its central European command hub for drone strikes and missile coordination, Berlin now faces mounting pressure to ask itself the same question Madrid and Rome have already answered: Is this use of sovereign territory compatible with…