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Luzerner Kantonsspital führt schweizweit erstes automatisiertes Blutlagerungssystem ein

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) hat als erstes Spital in der Schweiz die offizielle Betriebsbewilligung für ein automatisiertes dezentrales Blutlagerungssystem namens HaemoBank erhalten. Das von Swissmedic geprüfte System soll die Bereitstellung von Blutprodukten in Notfall- und Routine-Situationen sicherer, schneller und effizienter gestalten. Die HaemoBank ermöglicht es autorisiertem Pflegepersonal, Blutprodukte direkt an dezentral aufgestellten Einheiten – ausserhalb des Zentrallabors – selbstständig zu entnehmen. Die Zuteilung erfolgt digital über eine zentrale Stelle in der Labormedizin: Das System öffnet ausschliesslich das Fach mit dem zuvor freigegebenen, patientenspezifischen Blutprodukt. Dies ähnelt dem Prinzip eines Getränkeautomaten, arbeitet jedoch mit strengen medizinischen Sicherheitsstandards, einschliesslich Zugangskontrolle, Temperaturüberwachung und vollständiger Rückverfolgbarkeit. Bisher mussten Pflegefachpersonen benötigte Blutprodukte im Labor abholen, was zu Unterbrechungen im Laborbetrieb, manuellen Doppelkontrollen und teilweise längeren Wegen in Hochbelastungsphasen führte. Die neue Lösung soll diese Prozesse entlasten, Wege verkürzen und im Notfall wertvolle Minuten sparen. Dr.… 

Lieferkettenrisiken:  Helium-Engpass Spitze des Eisbergs

Die Sperrung der Straße von Hormuz und die Beschädigung katarischer Produktionsanlagen haben nicht nur einen gravierenden Helium-Mangel ausgelöst, der die Chip-Fertigung und das KI-Training bedroht. Sie legen ein ganzes Netz ähnlicher Verwundbarkeiten in den globalen Lieferketten für Halbleiter und KI-Infrastruktur offen. Experten warnen: Der aktuelle Konflikt verstärkt bereits bestehende Risiken bei anderen kritischen Gasen, Metallen und Chemikalien – mit potenziell vergleichbaren oder sogar schwerwiegenderen Folgen für die Produktion von GPUs, High-Bandwidth-Memory (HBM) und gesamten KI-Clustern. Viele dieser Stoffe sind wie Helium „unsichtbare“ Engpässe: Sie werden in winzigen Mengen benötigt, haben aber keine einfachen Substitute und sind hochgradig konzentriert in geopolitisch sensiblen Regionen. Die Hormuz-Krise wirkt hier als Katalysator – durch direkte Produktionsausfälle, blockierte Schifffahrtsrouten und steigende Energie- sowie Logistikkosten. 1. Neon, Krypton und Xenon: Die „Brüder“ des Heliums in der Lithographie Neon ist für die Deep-Ultraviolet (DUV)-Lithographie unverzichtbar – ein… 

Helium-Engpass durch Sperrung der Straße von Hormuz bedroht MRT-Untersuchungen und Medizintechnik

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran haben nicht nur den Öl- und Gasmarkt erschüttert, sondern auch zu einem ernsthaften Engpass beim Edelgas Helium geführt. Experten warnen vor steigenden Kosten und möglichen Verzögerungen bei medizinischen Untersuchungen, insbesondere bei Magnetresonanztomographen (MRT). Helium wird als Nebenprodukt bei der Verflüssigung von Erdgas gewonnen und ist für die Kühlung supraleitender Magnete in MRT-Geräten unverzichtbar. Ein typischer Scanner enthält 1.500 bis 2.000 Liter flüssiges Helium, das die Magnete nahe dem absoluten Nullpunkt hält. Ohne ausreichende Kühlung droht ein sogenannter „Quench“ – der plötzliche Verlust der Supraleitfähigkeit und damit der Ausfall des Geräts. Katar gilt als einer der größten Helium-Produzenten weltweit und liefert nach Angaben des US Geological Survey etwa ein Drittel der globalen Versorgung. Die Produktion erfolgt hauptsächlich im Ras Laffan Industrial City, dem weltgrößten… 

FAQ: Sperrung der Straße von Hormuz und Auswirkungen auf die Medizinversorgung

1. Was ist die Straße von Hormuz und warum ist sie so wichtig?Die Straße von Hormuz ist die schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Etwa 20 % des weltweiten Öltransports und große Mengen Flüssiggas (LNG) sowie petrochemische Produkte passieren hier normalerweise. Seit Ende Februar 2026 ist die Route durch iranische Militäraktionen de facto gesperrt. Das führt zu stark steigenden Energiepreisen und Verzögerungen in globalen Lieferketten. 2. Trifft die Sperrung direkt die Medizinversorgung?Nicht unmittelbar in großem Umfang, aber indirekt und potenziell spürbar. Nur ein sehr kleiner Teil der Arzneimittel und Wirkstoffe wird direkt im Nahen Osten produziert. Die Hauptprobleme entstehen durch: Kurzfristig (bis wenige Wochen) können Lagerbestände die Versorgung meist noch sichern. Bei einer längeren Blockade (über 4 Wochen) drohen jedoch spürbare Auswirkungen. 3. Welche konkreten Auswirkungen gibt es auf Arzneimittel? 4. Welche Rolle spielen spezielle… 

Doppelte Bildgebung klärt Herzinfarkt bei offenen Herzkranzgefäßen auf

Bei Herzinfarkten ohne erkennbare Verengung der Herzkranzgefäße (MINOCA) kann die Kombination aus koronarer optischer Kohärenztomographie (OCT) und kardialer Magnetresonanztomographie (MRT) in den meisten Fällen die Ursache aufklären. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der NYU Langone Health, die auf dem Kongress des American College of Cardiology (ACC.26) vorgestellt und gleichzeitig in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlicht wurde. In der Studie wurden 336 Patienten an 28 Zentren in den USA, Kanada und Großbritannien untersucht. Bei 79 Prozent der Teilnehmer ließ sich mit den beiden Verfahren eine klare Ursache ermitteln. In 59 Prozent der Fälle lag ein klassischer Infarktmechanismus vor – Plaque, Gefäßkrampf oder Blutgerinnsel in der Gefäßwand. Bei 20 Prozent handelte es sich um infarktähnliche Erkrankungen wie Myokarditis, Takotsubo-Syndrom oder andere Kardiomyopathien, die eine andere Behandlung erfordern. MINOCA macht sechs bis 15 Prozent aller Herzinfarkte aus und tritt bei Frauen etwa… 

Neuer molekularer Test verdoppelt die Früherkennung von Gallengangskrebs

Ein neu entwickelter molekularer Test namens BiliSeq erkennt Gallengangskrebs mit etwa der doppelten Empfindlichkeit des herkömmlichen pathologischen Befunds. Das zeigen die Ergebnisse einer großen, sechs Jahre andauernden Studie mit mehr als 2.000 Patienten und fast 3.000 Gallengangsproben, die heute in der Fachzeitschrift Gastroenterology veröffentlicht wurde. Gallengangskrebs (cholangiocelluläres Karzinom) ist selten, aber aggressiv. Verengungen oder Verstopfungen der Gallenwege stellen Ärzte vor eine große diagnostische Herausforderung, weil herkömmliche Biopsien und zytologische Untersuchungen oft zu falsch-negativen Ergebnissen führen – vor allem, wenn Tumore klein, schwer erreichbar oder von Entzündungen und Narbengewebe umgeben sind. BiliSeq nutzt Next-Generation-Sequencing (NGS), um krebsassoziierte genetische Mutationen im Gallengangsgewebe nachzuweisen. Der Test funktioniert auch dann, wenn unter dem Mikroskop nur wenige oder geschädigte Tumorzellen vorhanden sind. In der prospektiven, multizentrischen Studie entdeckte BiliSeq allein etwa 82 Prozent der Gallengangskrebse, verglichen mit nur 44 Prozent bei der Standard-Pathologie. Die Kombination… 

Kritischer Punkt im supergekühlten Wasser: Revolutionäre Implikationen für die Biologie des Lebens

Die Entdeckung eines kritischen Punkts in supergekühltem Wasser bei minus 63 Grad Celsius und rund 1000 Atmosphären Druck wirft ein völlig neues Licht auf die fundamentale Rolle von Wasser in biologischen Systemen. Forscher der Universität Stockholm sehen darin den Schlüssel zum Verständnis, warum Wasser als einziges überkritisches Lösungsmittel unter Alltagsbedingungen Leben ermöglicht – und warum seine anomalen Eigenschaften für Proteinstrukturen, Zellprozesse und die Entstehung des Lebens entscheidend sind. Der kritische Punkt markiert den Übergang zwischen zwei flüssigen Phasen von Wasser mit unterschiedlicher Molekülbindung. Die daraus resultierenden starken Fluktuationen reichen bis in den normalen Temperatur- und Druckbereich und machen Wasser zu einer Flüssigkeit, die ständig zwischen zwei Zuständen oszilliert. Diese Fluktuationen sind nach Ansicht der Wissenschaftler verantwortlich für die einzigartigen Eigenschaften von Wasser, die es zum idealen Medium für biologische Prozesse machen: hohe Wärmekapazität, außergewöhnliche Lösungsfähigkeit für polare und unpolare Stoffe… 

Müttersterblichkeit weltweit weiter rückläufig

Die Zahl der weltweiten Müttersterbefälle ist bis 2023 auf 240.000 gesunken. Dennoch bleibt der Rückgang in vielen Ländern unzureichend, und mehr als 100 Staaten verfehlen das globale Ziel der Vereinten Nationen. Neue Schätzungen des Global Burden of Disease (GBD) 2023 zeigen, dass der Fortschritt bei der Senkung der Müttersterblichkeit seit 2015 deutlich langsamer verläuft als in den Jahren davor. Langsamer Rückgang seit 2015 Zwischen 1990 und 2023 sank die globale Müttersterblichkeitsrate (Maternal Mortality Ratio, MMR) von 321 auf 191 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten – ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Zwischen 2000 und 2015 lag die jährliche Reduktion bei fast drei Prozent. Seit 2015 hat sich das Tempo jedoch auf durchschnittlich nur 0,5 Prozent pro Jahr verlangsamt. In einigen Ländern stieg die Rate sogar wieder an. Die höchsten Müttersterblichkeitsraten 2023 wurden in Teilen Subsahara-Afrikas, der Karibik und Ozeaniens verzeichnet.… 

Merck und Promega treiben Organoid-Technologie voran – Impulse für die Wirkstoffentwicklung auf der analytica 2026

Die strategische Partnerschaft zwischen Merck und Promega zur Weiterentwicklung von 3D-Zellkulturen und Organoiden bildete eines der zentralen Themen im Umfeld der Organoid-Forschung auf der analytica 2026. Die im November 2025 angekündigte Zusammenarbeit stand in engem Zusammenhang mit der Keynote-Session „The Future of Biology in a Dish“ und unterstrich das steigende Interesse der Branche an physiologisch relevanten Modellen für die personalisierte Medizin und die Arzneimittelforschung. Zusammenarbeit bei Echtzeit-Analyse in 3D-Modellen Merck und die US-amerikanische Promega Corporation haben vereinbart, gemeinsam neuartige Assays und Reportertechnologien zu entwickeln. Das Ziel ist die Echtzeit-Verfolgung der Zellaktivität in Organoiden – dreidimensionalen Mini-Organen aus patienteneigenen Stamm- oder Tumorzellen. Merck bringt seine Expertise in den Bereichen Organoide und synthetische Chemie ein, Promega steuert seine Assay- und Reportertechnologien bei. Die Kombination soll Hochdurchsatz-Screening ermöglichen und Forschenden helfen, schneller sicherere und wirksamere Wirkstoffkandidaten für komplexe Erkrankungen wie Krebs zu identifizieren.… 

analytica 2026 entdeckt Organoid-Forschung

Die dreidimensionalen Mini-Organe aus Stammzellen, sogenannte Organoids, standen auf der analytica 2026 in München im Mittelpunkt einer hochkarätigen Keynote-Session. Unter dem Titel „The Future of Biology in a Dish“ diskutierten internationale Experten im Forum Biotech die rasante Entwicklung dieser Technologie und ihre wachsenden Anwendungen in Forschung und Medizin. Die Session fand während der Weltleitmesse für Labor-, Analysen- und Biotechnik vom 24. bis 27. März statt und zog zahlreiche Fachbesucher an. Hochkarätiges Panel zur Organoid-Entwicklung Dr. Kai Kretzschmar vom Mildred Scheel-Nachwuchszentrum für Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und dem Universitätsklinikum Würzburg präsentierte aktuelle Arbeiten zu patientenabgeleiteten Organoiden (PDOs). Moderatorin war Dr. Merle Fuchs von medways e.V./leap:up GmbH/TechnologieContor. Weitere Panelteilnehmer waren unter anderem Robert Vries, CEO von HUB Organoids, und Dr. Joel Cresser-Brown. Das Gespräch beleuchtete Chancen und Herausforderungen, wie Organoid-Modelle zunehmend von der Grundlagenforschung in die translationale Anwendung und Arzneimittelentwicklung übergehen.…