Primärarztsystem: Warken-Reform als Totalversagen
Union und SPD treiben ein verbindliches Primärarztsystem voran, um die Kostensteigerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung einzudämmen. Kassenpatienten sollen zukünftig primär Hausärzte als erste Anlaufstelle nutzen, die bei Bedarf Überweisungen zu Fachärzten ausstellen. Ausnahmen gelten für Augenheilkunde und Gynäkologie, während chronisch Kranke Sonderregelungen erhalten könnten. Im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung unter Kanzler Friedrich Merz ist die Einführung fest verankert, um Wartezeiten zu verkürzen, unnötige Facharzttermine zu vermeiden und Ressourcen effizienter zu bündeln. Die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) und Kollektivverträge sollen als Umsetzungsrahmen dienen, ergänzt durch digitale Triage-Tools wie Apps oder Hotlines zur Dringlichkeitsbewertung. Die Reform, die Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) seit Mai 2025 koordiniert, sieht zudem Anreize vor: Bonuszahlungen für Patienten, die das Modell einhalten, und potenzielle Zuzahlungen für direkte Facharztsuche. Erste Entwürfe diskutieren eine Gebühr von bis zu 200 Euro pro unüberwiesener Facharztvisite, um die Steuerung zu stärken. Die Bundesärztekammer…


