Der anhaltende Niedergang der chemischen Industrie in Ostdeutschland – Ursachen, Folgen und Perspektiven
Die chemische Industrie in Ostdeutschland, einst das Rückgrat der DDR-Wirtschaft, erlebt seit der Wende 1990 einen dramatischen Niedergang, der sich 2025 weiter verschärft hat. Regionen wie das Chemie-Dreieck Bitterfeld-Wolfen, Leuna und Schkopau – ehemalige Hochburgen der Kombinate Leuna, Buna und Wolfen – stehen vor massiven Jobverlusten, Stilllegungen und Abwanderung. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) meldet für das zweite Quartal 2025 eine Kapazitätsauslastung von nur 71,7 Prozent, dem niedrigsten Wert seit 1991, mit einem Produktionsrückgang von 3,8 Prozent zum Vorquartal und einem Umsatzminus von 0,5 Prozent im ersten Halbjahr. Für das Gesamtjahr prognostiziert der VCI eine Stagnation der Branche, mit einem Rückgang der Chemieproduktion um 2 Prozent und einem Umsatz von rund 221 Milliarden Euro – ein Minus von 1 Prozent. Besonders Ostdeutschland, wo die Branche 15.000 bis 40.000 Jobs sichert, droht eine „industrielle Wüste“, wie Gewerkschafter warnen. Historischer Kontext:…

