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DNA-basierte Verifizierung von Urinproben soll Toxikologie-Tests zuverlässiger und patientenfreundlicher machen

Das US-Laborunternehmen Precision Diagnostics hat ein neues Whitepaper veröffentlicht, das den Einsatz von Short Tandem Repeats (STR) zur Identitätsprüfung von Urinproben in der Drogen- und Medikamententestung beschreibt. Das Verfahren soll die Genauigkeit der Tests deutlich steigern und gleichzeitig die Belastung für Patienten verringern. Das Whitepaper mit dem Titel „Use of Short Tandem Repeats (STR) for the Identification and Verification of Urine Specimens“ stellt eine forensisch etablierte DNA-Analysemethode vor, die nun erstmals systematisch in der klinischen Toxikologie eingesetzt wird. Die proprietäre Lösung des Unternehmens heißt VerifID. Bisherige Verfahren zur Prüfung der Probenvalidität beruhen oft auf Beobachtung oder indirekten Markern, die für viele Patienten unangenehm oder stigmatisierend sind. VerifID nutzt stattdessen eine molekulare Analyse spezifischer DNA-Marker (STR), um zweifelsfrei zu bestätigen, dass die abgegebene Urinprobe tatsächlich vom angegebenen Patienten stammt. „Jahrzehntelang mussten sich Ärzte und Patienten zwischen Testintegrität und Patientenwürde entscheiden“, sagte… 

Gesundheitsreform wird schärfer: Höhere Zuzahlungen und Kürzungen beim Krankengeld geplant

Die geplante Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht deutlich stärkere Einschnitte vor als bislang bekannt. Ein interner Referentenentwurf aus dem Ministerium sieht nach Angaben von Focus Online  unter anderem eine Absenkung des Krankengeldes, höhere und automatisch steigende Zuzahlungen für Medikamente sowie eine Einschränkung der Familienversicherung vor. Wie aus dem Entwurf hervorgeht, soll das Krankengeld von derzeit 70 Prozent auf 65 Prozent des Bruttogehalts abgesenkt und zusätzlich auf maximal 85 Prozent des Nettoeinkommens gedeckelt werden. Neu eingeführt werden soll zudem eine Teil-Krankschreibung: Beschäftigte sollen künftig auch während einer Erkrankung anteilig arbeiten können – etwa zu 25, 50 oder 75 Prozent – und für den Rest der Zeit ein entsprechendes Teilkrankengeld erhalten. Ziel sei es, Fehlzeiten zu reduzieren und die Restarbeitsfähigkeit zu nutzen. Die Zuzahlungen für Medikamente sollen auf mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro pro Packung festgeschrieben und künftig… 

FDA ebnet Weg für erweiterte Testosteron-Therapie bei Männern

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen ersten Schritt unternommen, um die Behandlungsmöglichkeiten mit Testosteron-Ersatztherapie (TRT) bei Männern zu erweitern. Sie fordert Hersteller zugelassener TRT-Produkte auf, Kontakt aufzunehmen, falls sie eine neue Indikation für niedrigen Libido bei idiopathischem Hypogonadismus anstreben. „Neue und aufkommende Daten deuten darauf hin, dass es eine Möglichkeit geben könnte, Männern zu helfen, die unter Symptomen leiden, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen“, sagte FDA-Kommissar Dr. Marty Makary. Die Behörde sei bereit, mit den Sponsoren zusammenzuarbeiten, um diese potenzielle neue Anwendung weiter zu prüfen, während sie hohe Standards für Sicherheit und Wirksamkeit einhalte. Bislang sind TRT-Produkte in den USA nur für Männer mit Hypogonadismus zugelassen, der auf bekannte strukturelle oder genetische Ursachen zurückgeht. Nach einer vorläufigen Auswertung neuer klinischer Studien und einer Expertenrunde im Dezember 2025 sieht die FDA Hinweise, dass Testosteron bei idiopathischem Hypogonadismus – also niedrigen Testosteronwerten ohne… 

Präzisere Diagnostik und Therapie für kritisch kranke Kinder

Ein neues Forschungsprojekt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) soll die Diagnostik seltener genetischer Erkrankungen bei Neugeborenen und Kindern auf Intensivstationen deutlich verbessern. Mit KI-gestützter Long-Read-Genomsequenzierung und integrierten OMICs-Daten wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schnellere und genauere Diagnosen ermöglichen und darauf aufbauend individualisierte Therapien einleiten. Das Projekt AI-LIGHTS („AI-assisted Long-read Genomics and Integrated OMICs for Healthcare Solutions“) startet am 1. Juni 2026 und läuft über vier Jahre. Es wird vom Land Niedersachsen und der VolkswagenStiftung mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert. In die Studie sollen 400 schwerkranke Kinder auf den Intensivstationen der MHH aufgenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine seltene Erkrankung besteht. „Wir wollen die Diagnostik schneller und zuverlässiger machen, Krankheitsmechanismen besser verstehen und gezieltere therapeutische Entscheidungen ermöglichen“, sagte Dr. Bernd Auber vom Institut für Humangenetik der MHH, der das interdisziplinäre Team leitet. Beteiligt sind neben der MHH… 

KI und Roboter zum Anfassen: OTH Regensburg lädt zur Wissenschaftsnacht ein

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Medizin? Können Roboter besser hören als Menschen? Und kann eine Straße wirklich „leise“ sein? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) bei der Wissenschaftsnacht „NACHT.SCHAFFT.WISSEN.“ am Freitag, 24. April 2026. Von 17 bis 23 Uhr verwandelt sich der Campus der OTH Regensburg in eine interaktive Erlebniswelt. Mit mehr als 60 Einzelangeboten ist die Hochschule einer der vielfältigsten Veranstaltungsorte der von der Stadt Regensburg organisierten Wissenschaftsnacht. Besucherinnen und Besucher können Forschung nicht nur hören, sondern selbst erleben und ausprobieren. Das Programm reicht von bionisch inspirierten Leichtbaurobotern über den Einfluss elektrischer Ströme auf das Erdreich bis hin zu Fragen, ob der Alltag künftig ohne Bargeld auskommt oder ob Programmieren noch eine Zukunft hat. Besonders viele Mitmachangebote laden zum aktiven Entdecken ein: Bei „Biomechanik zum Mitmachen“, Löten für Kinder, einem… 

Vollautomatisiertes Labor: Roboter und KI übernehmen die Forschung an der TU Berlin

An der Technischen Universität Berlin arbeiten Roboter, Analysegeräte und Künstliche Intelligenz bereits wie ein eingespieltes Team – weitgehend ohne menschliche Hilfe. Im sogenannten KIWI Biolab plant, führt und bewertet ein vollautomatisiertes System Experimente mit Mikroorganismen selbstständig. Das Know-how soll künftig auch im neuen Forschungszentrum „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) von TU Berlin und Charité zum Einsatz kommen. „Mich hat schon immer interessiert, wie man neue biologische Prozesse möglichst schnell vom Labor in die Praxis bringen kann“, sagte Prof. Dr. Peter Neubauer, Leiter des Fachgebiets Bioverfahrenstechnik an der TU Berlin und Mitbegründer des KIWI Biolabs. Der Mikrobiologe und sein Team entwickeln Verfahren, mit denen Bakterien, Hefen oder Pilze in Bioreaktoren nicht nur optimal wachsen, sondern auch wertvolle Substanzen wie Proteine für die Pharmaindustrie produzieren. Der Übergang vom kleinen Labormaßstab in den industriellen Maßstab sei jedoch schwierig, weil die Organismen sehr empfindlich auf… 

KI-Wearable soll epileptische Anfälle in Echtzeit vorhersagen

Wissenschaftler der Universität Paderborn haben ein tragbares Gerät entwickelt, das epileptische Anfälle mithilfe künstlicher Intelligenz und Sensoren am Handgelenk frühzeitig vorhersagen kann. Das System soll die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie deutlich verbessern, indem es die Unvorhersehbarkeit der Anfälle verringert. Weltweit leiden mehr als 50 Millionen Menschen an Epilepsie. Die Anfälle gehen häufig mit Bewusstlosigkeit und Verletzungen einher und können in seltenen Fällen sogar tödlich enden. Besonders belastend sei die Unsicherheit, wann der nächste Anfall eintrete, erklärte Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, Neurologe und Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn. „Wenn es möglich ist, Anfälle vorherzusehen, kann schneller mit Medikamenten reagiert werden, die einen Anfall verhindern oder abschwächen“, sagte er. Bisherige Ansätze zur Anfallsprognose basieren meist auf invasiver Elektroenzephalographie (EEG), bei der Elektroden ins Gehirn implantiert werden. Diese Methode sei jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Das Paderborner Team setzt… 

China meldet 5,0 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2026

Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Das Nationale Statistikamt teilte am Donnerstag mit, die wichtigsten makroökonomischen Indikatoren hätten sich erholt und neue Wachstumstreiber seien rasch entstanden. Damit habe die Wirtschaft einen guten Start in das erste Jahr des 15. Fünfjahresplans (2026–2030) hingelegt. Vor dem Hintergrund einer schwachen globalen Konjunkturerholung, anhaltender geopolitischer Konflikte, zunehmendem Protektionismus und einem komplexen außenwirtschaftlichen Umfeld sei dieses Ergebnis besonders bemerkenswert, hieß es. Es zeige, dass die grundlegenden Bedingungen der chinesischen WirtschaftsEntwicklung unverändert seien, der langfristig positive Trend fortbestehe und die starke Unterstützung für eine qualitativ hochwertige Entwicklung nicht nachgelassen habe. Ein Wachstum von 5,0 Prozent liege am oberen Ende der für das Gesamtjahr angestrebten Spanne von 4,5 bis 5,0 Prozent und sei ein starkes Signal für Stabilität. Für eine bereits auf hohem Niveau angelangte Großvolkswirtschaft sei diese… 

Kein Zusatznutzen für Alzheimer-Medikament Donanemab

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem Alzheimer-Medikament Donanemab (Handelsname: Kisunla) keinen Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Standardtherapie attestiert. Grundlage für den Beschluss sei die Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Entscheidung bildet die Basis für die Preisverhandlungen zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und dem Hersteller. Donanemab ist nach Lecanemab (Leqembi) das zweite in der EU zugelassene Antikörper-Medikament zur Behandlung der frühen Alzheimer-Erkrankung. Es richtet sich an Patientinnen und Patienten mit nachgewiesener Amyloid-Pathologie im Stadium einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) oder einer beginnenden Alzheimer-Demenz. Ziel der Therapie sei es nicht, die Erkrankung zu heilen, sondern ihr Fortschreiten zu verlangsamen. Die Anwendung sei jedoch an enge Voraussetzungen geknüpft, darunter der Nachweis von Amyloid-Ablagerungen und der Ausschluss bestimmter Risikofaktoren. Zudem erfordere die Behandlung regelmäßige Infusionen und engmaschige MRT-Kontrollen. Daher komme sie nur für eine klar abgegrenzte und vergleichsweise kleine Patientengruppe… 

Bluttest erkennt Nierenversagen-Risiko bei Schwarzen Amerikanern Jahre im Voraus

Ein neu entwickelter Bluttest kann bei Menschen afrikanischer Abstammung, die hochriskante Varianten des APOL1-Gens tragen, das Risiko für Nierenversagen Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome vorhersagen. Das geht aus einer Studie der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania hervor, die am Mittwoch im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurde. Die Forscher um Katalin Susztak analysierten Blutproben von mehr als 850 Personen afrikanischer Herkunft aus der Penn Medicine BioBank. Alle Teilnehmer trugen die hochriskanten APOL1-Varianten und hatten zu Studienbeginn noch normale Nierenfunktion. Anhand eines kleinen Panels zirkulierender Proteine entwickelten die Wissenschaftler einen Risiko-Score, der das Auftreten von Nierenversagen, einer deutlichen Verschlechterung der Nierenfunktion oder Tod innerhalb der nächsten zehn Jahre vorhersagen kann. Die Unterschiede waren erheblich: Mehr als 60 Prozent der Personen in der höchsten Risikogruppe entwickelten innerhalb von zehn Jahren ein Nierenversagen, das eine Dialyse oder eine Transplantation…