Kommentar: Merz’ Kritik an Israel – Ein notwendiger Tonwechsel mit Risiken
Die deutlichen Worte von Bundeskanzler Friedrich Merz zur israelischen Offensive im Gazastreifen markieren einen bemerkenswerten Einschnitt in der deutschen Nahostpolitik. Beim WDR-Europaforum 2025 sprach Merz Klartext: Die Zivilbevölkerung werde derart in Mitleidenschaft gezogen, dass dies nicht mehr mit dem Kampf gegen die Hamas zu rechtfertigen sei. Angriffe auf zivile Einrichtungen wie ein Kinderheim seien eine „menschliche Tragödie und politische Katastrophe“. Diese Kritik, gepaart mit dem Hinweis auf Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, bricht mit der bisherigen Zurückhaltung Deutschlands, Israel öffentlich zu tadeln. Sie spiegelt einen Stimmungswechsel wider, der nicht nur in der deutschen Politik, sondern auch international an Dynamik gewinnt. Merz’ Vorstoß ist vor dem Hintergrund der katastrophalen Lage in Gaza zu sehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von über 1500 Angriffen auf medizinische Einrichtungen seit Beginn des aktuellen Konflikts. Krankenhäuser, Kliniken und Ambulanzen sind weitgehend zerstört oder funktionsunfähig. Betäubungsmittel und…
