Zum Inhalt springen

Neue Studie erklärt, warum Neurodermitis so häufig in der Kindheit beginnt

Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung der Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat einen zentralen biologischen Mechanismus entdeckt, der erklärt, warum Neurodermitis (atopische Dermatitis) vor allem in der frühen Kindheit auftritt. Die Studie zeigt, dass bestimmte Immunzellen in der jungen Haut besonders reaktiv auf Allergene reagieren – ein Effekt, der im Erwachsenenalter deutlich abnimmt. Die Ergebnisse erschienen am 25. Februar 2026 in Nature. Neurodermitis betrifft fast jedes vierte Kind und tritt meist bereits in den ersten Lebensjahren auf. Sie gilt häufig als Einstiegserkrankung in die sogenannte atopische Marsch, bei der später Asthma oder Nahrungsmittelallergien hinzukommen können. Warum die Haut in der Kindheit so anfällig ist, war bislang unklar. Die Forschenden untersuchten junge Mäuse und menschliche Hautproben und fanden heraus, dass dendritische Zellen – wichtige Immunzellen der Haut – in der frühen Lebensphase deutlich stärker auf harmlose Allergene wie Hausstaubmilben… 

Neue Erkenntnisse zum Transporter MurJ – Bakterienkiller aus der Phagen-Welt

Ein Forschungsteam der California Institute of Technology (Caltech) hat den Mechanismus aufgeklärt, mit dem drei verschiedene Bakterienviren (Bakteriophagen) den lebenswichtigen Transporter MurJ blockieren. MurJ ist ein zentraler Baustein beim Aufbau der bakteriellen Zellwand und ein vielversprechendes Ziel für neue Antibiotika. Die Ergebnisse erschienen am 25. Februar 2026 in Nature. Die Zellwand aus Peptidoglycan verleiht Bakterien Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegen inneren Druck. MurJ transportiert als Flippase die Bausteine dieses „Kettenhemdes“ von der Innenseite durch die Membran nach außen. Wird MurJ gehemmt, kann die Zellwand nicht mehr aufgebaut werden – die Bakterien sterben. Die Caltech-Forscher untersuchten drei einzelsträngige DNA– und RNA-Phagen, die jeweils ein kleines Protein (Single-Gene Lysis Protein, Sgl) produzieren: SglM, SglPP7 und das neu entdeckte SglCJ3. Obwohl diese Sgls evolutionär nicht verwandt sind, blockieren sie MurJ auf bemerkenswert ähnliche Weise: Sie binden alle in einer nach außen gerichteten Konformation (outward-facing)… 

Rett-Syndrom: Undichte Hirngefäße durch microRNA

Zwei häufige genetische Mutationen, die das Rett-Syndrom auslösen, führen zu undichten Blutgefäßen im sich entwickelnden Gehirn. Das zeigt eine neue Studie des Picower Institute for Learning and Memory am MIT. Die Forscher führen das Problem auf eine Überexpression des microRNA-126-3p zurück und konnten zeigen, dass eine gezielte Absenkung dieser microRNA die Gefäßdefekte teilweise behebt. Die Ergebnisse erschienen in Molecular Psychiatry. Das Rett-Syndrom ist eine schwere Entwicklungsstörung, die vor allem Mädchen betrifft und durch verschiedene Mutationen im MECP2-Gen verursacht wird. Die ersten Symptome treten meist im Alter von 2–3 Jahren auf – eine Phase, in der sich die Hirngefäße entscheidend entwickeln. Die MIT-Neuroforscher untersuchten daher, wie zwei häufige MECP2-Mutationen (R306C und R168X) die Gefäßentwicklung beeinträchtigen und zur neurologischen Symptomatik beitragen könnten. Dafür entwickelten sie fortschrittliche humane Gewebekulturen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) von Rett-Patientinnen. Die endothelialen Zellen (Grundbausteine der Blutgefäße) wurden… 

Frühe ungesunde Ernährung prägt das Essverhalten lebenslang

Eine ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker in der frühen Kindheit führt zu langfristigen Veränderungen im Gehirn und im Essverhalten – selbst wenn das Gewicht später normalisiert wird. Das zeigt eine neue Studie der University College Cork (UCC), die heute in Nature Communications erschienen ist. Die Forschenden setzten Mäuse in der frühen Lebensphase einer fettreichen, zuckerreichen Diät aus. Auch nach Rückkehr zu normaler Ernährung blieb das Fressverhalten im Erwachsenenalter gestört. Diese Veränderungen waren mit dauerhaften Störungen im Hypothalamus verbunden, einem zentralen Hirnzentrum für Appetit und Energiehaushalt. Besonders bedeutsam: Interventionen am Darmmikrobiom konnten diese Effekte abmildern. Der probiotische Stamm Bifidobacterium longum APC1472 verbesserte das Fressverhalten deutlich, ohne die Zusammensetzung des Mikrobioms stark zu verändern – ein Hinweis auf eine gezielte Wirkung. Eine Kombination aus Präbiotika (Fructo- und Galacto-Oligosacchariden) führte zu breiteren Veränderungen im Mikrobiom und ebenfalls zu positiven Effekten. „Was… 

Gen-Therapie gegen Sichelzellanämie bleibt in Afrika ferne Hoffnung

Während in den USA und Europa die erste zugelassene Gentherapie gegen Sichelzellanämie als Durchbruch gefeiert wird, bleibt sie für die meisten Betroffenen in Afrika auf absehbare Zeit unerreichbar. Das berichtet SciDev.Net zum Start der landesweiten Neugeborenenscreening-Pflicht in Uganda im Februar 2026. Jährlich kommen weltweit etwa 515.000 Kinder mit Sichelzellanämie zur Welt, rund 80 Prozent davon in Subsahara-Afrika. In Ländern wie Nigeria, Tansania und Uganda zählt die Erbkrankheit zu den Haupt-Todesursachen bei Kleinkindern. In Uganda sterben bis zu 80 Prozent der betroffenen Kinder vor dem fünften Lebensjahr, meist durch verzögerte Diagnose und vermeidbare Komplikationen. Uganda hat im Februar 2026 eine kostenlose Neugeborenenscreening-Pflicht in Gesundheitseinrichtungen eingeführt, um Früherkennung und lebenslange Basisbehandlung zu gewährleisten. Etwa 20.000 ugandische Kinder kommen jährlich mit der Erkrankung zur Welt. In den USA und Großbritannien wurde 2023/2024 die CRISPR-basierte Gentherapie Casgevy (exagamglogene autotemcel) von Vertex Pharmaceuticals zugelassen. Sie… 

Gallenblasenkrebs könnte bald im Blut nachgewiesen werden

Forscher der Tezpur-Universität in Assam, Indien, haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of Illinois Urbana-Champaign spezifische chemische Signaturen im Blut identifiziert, die eine frühere Erkennung von Gallenblasenkrebs ermöglichen könnten. Dies ist sowohl für Krebspatienten mit als auch ohne Gallensteine ??von Bedeutung, da diese beiden Gruppen häufig unterschiedliche Diagnoseverfahren erfordern. Die im „ Journal of Proteome Research“ veröffentlichten Ergebnisse weisen auf spezifische Stoffwechselmuster hin, die Gallenblasenkrebs von gesunden Erkrankungen unterscheiden. Diese Forschung eröffnet somit einen möglichen Weg zu einem nicht-invasiven Screening für eine der tödlichsten gastrointestinalen Krebsarten. Gallenblasenkrebs ist in den Vereinigten Staaten nach wie vor relativ selten. Jährlich erkranken etwa 12.000 Menschen daran, rund 2.000 sterben daran. Die Prognose ist ungünstig, da die Erkrankung oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird. Weltweit variiert die Häufigkeit stark, mit deutlich höheren Raten in Regionen wie dem nordindischen Bundesstaat Assam. Dort zählt Gallenblasenkrebs zu den häufigsten Krebsarten und… 

Vlad Georgescu und Marita Vollborn übernehmen Chefredaktion von LabNews-Portalen

Der unabhängige US-Fachverlag LabNews Media LLC hat die journalistischen Leiter seiner Life-Sciences-Portale neu aufgestellt.[2][3] Die langjährigen Wissenschafts- und Medizinjournalisten Vlad Georgescu und Marita Vollborn übernehmen die Chefredaktion von lab-news.de und der Schwesterplattform labnews.ai, die sich auf evidenzbasierte Berichterstattung zu Biotechnologie, Analytik, Labormedizin, Künstlicher Intelligenz und Life Sciences spezialisiert haben.[1][4][3] Beide gelten seit mehr als 25 Jahren als profilierte Stimmen im Wissenschafts- und Wirtschaftsressort, mit Veröffentlichungen unter anderem in „Süddeutsche Zeitung“, „Spiegel Online“, „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“, „Frankfurter Rundschau“, „Focus Magazin“ und weiteren etablierten Medien.[5][2][3] Ihre Sachbücher sind in der Bibliothek des Deutschen Bundestags sowie in der US Library of Congress archiviert, was ihre internationale Reputation in der Fachberichterstattung unterstreicht.[1][2][3] LabNews Media LLC positioniert sich als unabhängiges Medienunternehmen ohne Konzern- oder Verbandsbindung, das auf transparente, evidenzbasierte Recherchen setzt und seine Inhalte zweisprachig in Deutsch und Englisch anbietet.[1][2][3] Mit den neuen Chefredakteuren will der… 

Weltweite Reaktionen auf die Vorstellung der Donut Lab Battery

Die Vorstellung der „Donut Battery“ durch das finnische Startup Donut Lab auf der CES 2026 in Las Vegas hat die globale Elektromobilitäts- und Batteriebranche in Aufruhr versetzt. Das Unternehmen präsentierte im Januar 2026 die weltweit erste serienreife All-Solid-State-Batterie (festkörperbasiert) für Produktionsfahrzeuge – mit spektakulären Angaben: 400 Wh/kg Energiedichte, Vollladung in fünf Minuten, bis zu 100.000 Ladezyklen, günstiger als Lithium-Ionen und bereits in Gigawattstunden-Produktion verfügbar. Die Batterie treibt seit Q1 2026 die Elektromotorräder der Marke Verge TS Pro an. Die Reaktionen sind extrem polarisiert: Während Tech-Medien und EV-Enthusiasten von einem potenziellen Game-Changer sprechen, überwiegt in Fachkreisen und bei etablierten Herstellern massive Skepsis bis hin zu offenen „Scam“-Vorwürfen. Positive und enthusiastische Stimmen Skeptische und kritische Reaktionen Aktuelle Entwicklung: Unabhängige Tests als Wendepunkt Seit dem 20. Februar 2026 veröffentlicht Donut Lab unter dem Motto „I Donut Believe“ (eine ironische Anspielung auf die Zweifel)… 

Neue Methode zur genomeweiten Kartierung von Endonuklease-Aktivität

Das US-Biotech-Unternehmen Nabsys 2.0 und das Forschungsteam von Dr. Martin Taylor an der Brown University haben eine neue Anwendung ihrer elektronischen Genomkartierung (Electronic Genome Mapping, EGM) vorgestellt: die direkte, genomeweite Detektion und Kartierung von Endonuklease-induzierten DNA-Nicks. Die Ergebnisse wurden heute auf der Konferenz Advances in Genome Biology and Technology (AGBT) 2026 in einem Poster präsentiert. Die Technologie auf der OhmX™-Plattform von Nabsys ermöglicht es, Schnittstellen (Nicks) auf langen DNA-Molekülen direkt nachzuweisen und zu lokalisieren – ohne Amplifikation oder Sequenzierung. Im Fokus der vorgestellten Arbeit steht die Endonuklease-Aktivität des humanen LINE-1-ORF2p-Proteins, eines zentralen Enzyms des LINE-1-Retrotransposons. LINE-1 ist der aktivste autonome Retrotransposon im menschlichen Genom und hat etwa ein Drittel der Genomsequenz durch „Copy-and-Paste“-Mechanismen geformt. Rund 5 % der Menschen tragen neue LINE-1-Insertionen, die nicht von den Eltern stammen. Die ORF2p-Endonuklease erzeugt DNA-Doppelstrangbrüche, die zu Insertionen, Deletionen und strukturellen Rearrangements führen… 

Schwere CTE klar mit Demenz verknüpft

Forscher der Boston University haben in einer großangelegten Untersuchung von 614 Gehirnen den klarsten Zusammenhang bisher zwischen schwerer chronisch-traumatischer Enzephalopathie (CTE) und Demenz sowie kognitiven Beeinträchtigungen nachgewiesen. Die Ergebnisse, die am 26. Januar 2026 im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia erschienen, stärken die Evidenz für langfristige Hirnschäden durch wiederholte Kopftraumata – etwa bei Kontaktsportarten, Militärdienst oder Gewaltopfern. CTE, eine progressive neurodegenerative Erkrankung, kann zu Lebzeiten nur vermutet, aber erst post mortem durch Gehirnuntersuchung sicher diagnostiziert werden. Häufig wird sie mit Alzheimer-Demenz oder anderen Formen der Demenz verwechselt. Die Diagnose im Leben stützt sich bisher auf die Anamnese wiederholter Kopfstöße und das Ausschließen anderer Erkrankungen. Das Team um Michael Alosco analysierte Gehirne von Spendern, die alle wiederholten Kopftraumata ausgesetzt waren, aber keine anderen neurodegenerativen Diagnosen (außer CTE) hatten. Gefäßschäden, Substanzkonsum und Alter wurden berücksichtigt. Von den 614 Gehirnen wiesen 366 CTE auf,…