Neue Methode zur genomeweiten Kartierung von Endonuklease-Aktivität
Das US-Biotech-Unternehmen Nabsys 2.0 und das Forschungsteam von Dr. Martin Taylor an der Brown University haben eine neue Anwendung ihrer elektronischen Genomkartierung (Electronic Genome Mapping, EGM) vorgestellt: die direkte, genomeweite Detektion und Kartierung von Endonuklease-induzierten DNA-Nicks. Die Ergebnisse wurden heute auf der Konferenz Advances in Genome Biology and Technology (AGBT) 2026 in einem Poster präsentiert. Die Technologie auf der OhmX™-Plattform von Nabsys ermöglicht es, Schnittstellen (Nicks) auf langen DNA-Molekülen direkt nachzuweisen und zu lokalisieren – ohne Amplifikation oder Sequenzierung. Im Fokus der vorgestellten Arbeit steht die Endonuklease-Aktivität des humanen LINE-1-ORF2p-Proteins, eines zentralen Enzyms des LINE-1-Retrotransposons. LINE-1 ist der aktivste autonome Retrotransposon im menschlichen Genom und hat etwa ein Drittel der Genomsequenz durch „Copy-and-Paste“-Mechanismen geformt. Rund 5 % der Menschen tragen neue LINE-1-Insertionen, die nicht von den Eltern stammen. Die ORF2p-Endonuklease erzeugt DNA-Doppelstrangbrüche, die zu Insertionen, Deletionen und strukturellen Rearrangements führen…

