Zum Inhalt springen
Home » Carl Zeiss Meditec streicht bis zu 1000 Jobs

Carl Zeiss Meditec streicht bis zu 1000 Jobs

Jena (LabNews Media LLC) – Carl Zeiss Meditec hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Der Medizintechnik-Konzern aus Jena meldete am Dienstag einen Umsatz von 991,0 Millionen Euro, ein Minus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1.050,5 Millionen Euro). Währungsbereinigt lag das Minus bei 1,0 Prozent. Das adjustierte EBITA sank auf 60,5 Millionen Euro von 112,6 Millionen Euro im Vorjahr, die entsprechende Marge betrug nur noch 6,1 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent).

Das operative Ergebnis (EBITA) lag bei 39,0 Millionen Euro nach 113,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,17 Euro (Vorjahr: 0,70 Euro), adjustiert auf 0,48 Euro (Vorjahr: 0,81 Euro). Das Unternehmen begründete die Schwäche mit negativen Währungseffekten, einem ungünstigen Produktmix sowie einem schwachen Investitionsklima vor allem in Amerika.

Belastungen in beiden Geschäftsbereichen

Im strategischen Geschäftsbereich Ophthalmologie (Augenheilkunde) ging der Umsatz auf 753,8 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 808,2 Millionen Euro; minus 6,7 Prozent, währungsbereinigt minus 4,2 Prozent). Belastend wirkten unter anderem der Ausschluss bifokaler Intraokularlinsen aus staatlichen Ausschreibungen in China sowie ein damit verbundener Produktrückruf. Zudem lagen die Geräteauslieferungen, insbesondere im Diagnostikbereich, unter Plan.

Der Bereich Mikrochirurgie verzeichnete mit 237,2 Millionen Euro ebenfalls einen leichten Rückgang (Vorjahr: 242,3 Millionen Euro; minus 2,1 Prozent). Währungsbereinigt ergab sich hier sogar ein leichtes Plus von 1,8 Prozent. Der Anteil wiederkehrender Umsätze (Recurring Revenue) lag bei 49,9 Prozent.

Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich: In EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) stieg der Umsatz um 4,8 Prozent auf 345,9 Millionen Euro (währungsbereinigt plus 5,6 Prozent). Dagegen brach das Geschäft in den Americas um 11,1 Prozent auf 247,1 Millionen Euro ein (währungsbereinigt minus 3,5 Prozent). In der APAC-Region sank der Umsatz um 10,0 Prozent auf 397,9 Millionen Euro (währungsbereinigt minus 8,6 Prozent), wobei Zuwächse in Indien die Rückgänge in China, Japan, Südkorea und Südostasien nicht ausgleichen konnten.

Umfassendes Maßnahmenpaket angekündigt

Angesichts der Entwicklung kündigte der Vorstand ein umfassendes Spar- und Restrukturierungsprogramm an. Ziel ist es, die Profitabilität nachhaltig zu steigern und Spielraum für Investitionen in Wachstum und Innovation zu schaffen. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 sollen die Maßnahmen zu einer jährlichen Ergebnisverbesserung von mehr als 200 Millionen Euro führen.

Geplant sind unter anderem eine Optimierung der Beschaffung und Lieferkette, die Bereinigung des Produktportfolios um weniger profitable Produkte, die Verlagerung von F&E-Aktivitäten in kostengünstigere Länder sowie Einsparungen bei Verwaltungskosten. Bis zu 1.000 Stellen weltweit könnten in den nächsten drei Jahren betroffen sein. Zusätzlich sind Einmalaufwendungen und Investitionen von bis zu 150 Millionen Euro vorgesehen. Nach Abzug steigender Infrastrukturkosten (rund 40 Millionen Euro pro Jahr) bleibt ein Nettoeinsparvolumen von mehr als 160 Millionen Euro jährlich.

Ausblick angepasst

Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet Carl Zeiss Meditec einen Umsatz von mindestens 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 2,23 Milliarden Euro; minus 1 bis 3,5 Prozent). Währungsbereinigt soll der Umsatz weitgehend stabil bleiben. Die adjustierte EBITA-Marge wird bei 8 bis 10 Prozent gesehen, nach Sonderaufwendungen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Mittelfristig strebt das Unternehmen bis 2028/29 ein währungsbereinigtes jährliches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Erholung der adjustierten EBITA-Marge auf mindestens rund 15 Prozent an. Langfristig soll die Marge wieder auf 16 bis 20 Prozent steigen.

Carl Zeiss Meditec beschäftigt weltweit rund 5.784 Mitarbeiter und ist einer der führenden Anbieter von Medizintechnik-Lösungen für die Augenheilkunde und Mikrochirurgie. Die Mehrheit der Anteile hält die Carl Zeiss AG. Die Aktie notiert im TecDAX und SDAX.

LabNews Media LLC

LabNews Media LLC

The Editors in Chief of lab-news.de are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu