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Neue Daten zu PrimeC bei ALS auf AD/PD 2026 vorgestellt

NeuroSense Therapeutics Ltd. präsentiert neue klinische und Biomarker-Daten zu seinem Prüfpräparat PrimeC für die Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) auf der AD/PD 2026 International Conference on Alzheimer’s and Parkinson’s Diseases in Kopenhagen. Die Präsentation findet am 19. März 2026 im Rahmen des Symposiums „Mechanisms and Therapeutics in the ALS-FTD Spectrum“ statt. Dr. Christian Lunetta stellt unter dem Titel „From PARADIGM to PARAGON“ die Ergebnisse der Phase-2b-Studie PARADIGM vor und erläutert, wie diese die Planung der globalen Phase-3-Studie PARAGON beeinflusst haben. PrimeC ist eine oral einzunehmende, retardierte Fixkombination aus Ciprofloxacin und Celecoxib und zielt auf mehrere krankheitsrelevante Mechanismen bei ALS ab. Die Phase-3-Studie PARAGON ist als multinationale, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Untersuchung konzipiert. Sie soll die Sicherheit und Wirksamkeit von PrimeC bei der Verlangsamung des Krankheitsverlaufs weiter prüfen. NeuroSense steht in engem Austausch mit den Zulassungsbehörden, um PrimeC einer möglichen Marktzulassung… 

Freenome stellt erste Daten zu multiomischem Bluttest für Lungenkrebs-Früherkennung vor

Das US-Unternehmen Freenome Holdings hat erste Entwicklungsdaten für einen investigativen Bluttest zur Lungenkrebs-Früherkennung veröffentlicht. Der multiomische Ansatz kombiniert DNA-Methylierungsanalysen mit Protein-Markern und soll Hochrisikopersonen (Erwachsene zwischen 50 und 80 Jahren mit hohem Raucheranteil) besser erreichen. Die Daten stammen aus einer Studie zur Optimierung des Tests. Ein KI/ML-Klassifikator wurde an Gewebeproben (n=136) und Plasmaproben (n=6.716) trainiert. Die Leistung wurde in 673 Plasmaproben geprüft, darunter 363 Lungenkrebsfälle aller Stadien und 310 krebsnegative Kontrollen. Der Test erreichte eine adjustierte Sensitivität von 90,7 Prozent bei 50 Prozent Spezifität und 80,4 Prozent bei 75 Prozent Spezifität. Eine reine Methylierungsvariante lag bei 85,8 beziehungsweise 78,2 Prozent. Der multiomische Ansatz erkannte alle untersuchten Subtypen (Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom und kleinzelliges Lungenkarzinom) sowie alle Krankheitsstadien, einschließlich einer adjustierten Sensitivität von 77,1 Prozent für Stadium I bei 50 Prozent Spezifität. Derzeit werden weniger als 20 Prozent der berechtigten Hochrisikopersonen auf Lungenkrebs… 

Durchbruch: Liquid-Biopsie mit über 99-prozentig reiner ctDNA

Das US-Unternehmen VolitionRx Limited hat erstmals zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) mit einer Reinheit von über 99 Prozent aus Blutplasma isoliert und analysiert. Die neue Technologie mit dem Namen Capture-Seq soll die Früherkennung von Krebs und die Überwachung von Minimal Residual Disease (MRD) erheblich verbessern. Das größte Hindernis bei Liquid-Biopsie-Verfahren war bisher, dass der überwiegende Teil der zirkulierenden DNA aus gesunden Zellen stammt. Volition hat dieses Problem gelöst, indem es CTCF-gebundene DNA nutzt. In gesundem Plasma ist diese DNA praktisch nicht vorhanden, bei Krebspatienten stammt sie nahezu vollständig aus Tumorzellen. Das Verfahren besteht aus zwei Schritten: einer physikalischen Anreicherung der Probe und einer bioinformatischen Entfernung verbliebener gesunder DNA-Sequenzen. Dadurch entstehen nahezu reine Tumordna-Datensätze. Die Technologie richtet sich auf eine breite Palette potenzieller Biomarker und eignet sich sowohl für die Multi-Krebs-Früherkennung (MCED) als auch für die MRD-Überwachung. In ersten Kohorten zeigte die Methode… 

FDA veröffentlicht Entwurfsleitlinie zu Alternativen bei Tierversuchen in der Arzneimittelentwicklung

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Entwurfsleitlinie herausgegeben, die Arzneimittelentwicklern helfen soll, neue methodische Ansätze (New Approach Methodologies, NAMs) anstelle von Tierversuchen zu validieren. Ziel ist es, sichere und wirksame Arzneimittel schneller auf den Markt zu bringen, gestützt auf humanzentrierte Daten. Die Leitlinie markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg der FDA, Tierversuche als Standardmethode zur Sicherheitsprüfung von Arzneimitteln zu ersetzen. Sie richtet sich an das Zentrum für Arzneimittelbewertung und -forschung (CDER) und enthält allgemeine Empfehlungen zur Validierung von NAMs, wenn diese in Zulassungsanträgen oder im Rahmen von OTC-Monografien eingesetzt werden. Zu den NAMs zählen komplexe und zweidimensionale In-vitro-Studien, dreidimensionale Modelle wie Organoids, Sphäroide und Organe-auf-Chips, chemische Reaktivitätsuntersuchungen, Computersimulationen (In-silico-Modellierung) sowie Studien an phylogenetisch niederen Organismen wie Zebrafischen oder C. elegans. Solche Verfahren können Toxizitäten erkennen, Wirkmechanismen aufklären und die Vorhersagekraft nicht-klinischer Studien verbessern. Die Leitlinie legt vier Kernprinzipien für die… 

Memphis: Atemtest bestätigt bakterielle Infektionen mit Kohlenstoff-Isotop

Wissenschaftler des St. Jude Children’s Research Hospital und der University of California, San Francisco haben einen Atemtest entwickelt, der bakterielle Infektionen zuverlässig von viralen Infekten und nicht-infektiösen Entzündungen unterscheidet. Die Methode nutzt Mannitol, das mit dem natürlichen Kohlenstoff-Isotop C-13 angereichert ist und nur von infizierenden Bakterien abgebaut wird. Das dabei entstehende markierte Kohlendioxid wird ausgeatmet und mit einem kostengünstigen Infrarot-Spektrometer (NDIR) gemessen. Der Test erkennt Infektionen wie Myositis, Bakteriämie, Pneumonie und Osteomyelitis. Er wurde an gängigen Erregern wie Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Escherichia coli und Salmonella enterica erprobt. Herkömmliche Laborkulturen dauern Tage. Der neue Atemtest ermöglicht eine schnelle und breite Anwendung in Praxen und Notaufnahmen. Er könnte unnötige Antibiotika-Verordnungen reduzieren, da er klar zwischen bakteriellen und anderen Ursachen differenziert. Die Proof-of-Concept-Studie wurde am 18. März 2026 in der Fachzeitschrift ACS Central Science veröffentlicht. Die Autoren sehen in der Technologie einen… 

FDA warnt vor defekten Omnipod 5 Insulinpumpen-Pods mit Insulin-Leckage-Risiko

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Early Alert zu bestimmten Omnipod 5 Insulin-Pods des Herstellers Insulet herausgegeben. Bei Pods aus betroffenen Chargen kann ein kleiner Riss im internen Schlauch entstehen, der zu einer Insulin-Leckage innerhalb des Pods führt. Dadurch besteht die Gefahr einer Unterdosierung von Insulin. Die Folge können erhöhte Blutzuckerwerte sein. Im schwersten Fall droht eine diabetische Ketoazidose (DKA), eine lebensbedrohliche Komplikation, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordert. Insulet hat alle betroffenen Nutzer aufgefordert, die Pods aus bestimmten Chargen nicht mehr zu verwenden und sie aus dem Betrieb oder Verkauf zu nehmen. Bei einem Leckage-Alarm soll der Pod unverzüglich entfernt und ersetzt werden. Das Risiko einer Unterdosierung steigt, wenn mehrere Pods aus betroffenen Chargen nacheinander verwendet werden. Bis zum 12. März 2026 wurden 18 schwere Verletzungen im Zusammenhang mit dem Problem gemeldet. Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Betroffene in den… 

Tuberkulose-Experten fordern Erweiterung der Versorgungskaskade zu gesellschaftlichem Ansatz

Internationale Tuberkulose-Experten schlagen vor, die klassische Versorgungskaskade für Tuberkulose (TB) zu einer umfassenden Politik-Kaskade zu erweitern. Die Erweiterung soll Policymaker, Finanzierer und die Öffentlichkeit einbeziehen, um Lücken am Anfang und Ende der Kaskade zu schließen und ein ganzheitliches Vorgehen zu ermöglichen. In der am 18. März 2026 in PLOS Global Public Health veröffentlichten Opinion weisen die Autoren darauf hin, dass die herkömmliche Kaskade ausschließlich den klinischen Weg von Screening bis Behandlungsabschluss abbildet und etwa 95 Prozent der Bevölkerung ausblendet. Der wahre Ausgangspunkt müsse die gesamte Bevölkerung sein, nicht nur diejenigen, die von sich aus Hilfe suchen oder erreichbar sind. Am Ende fehle die systematische Nachsorge für Langzeitfolgen wie post-tuberkulöse Lungenkrankheiten, katastrophale Kosten und soziale Belastungen, die Familien in Armut stürzen. Die Experten um Luan Nguyen Quang Vo betonen, dass nur ein gesellschaftsweiter Ansatz die notwendige Finanzierung und Outreach sicherstellen könne.… 

Agentische KI und Cyberrisiken bedrohen Labormedizin

Das deutsche Gesundheitssystem bleibt eines der am stärksten exponierten Sektoren gegenüber Cyberbedrohungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft die IT-Sicherheitslage in Deutschland im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 als weiterhin angespannt ein, ohne Grund zur Entwarnung. Der Gesundheitsbereich zählt zu den priorisierten Zielen, da Ausfälle unmittelbare Auswirkungen auf Patientenversorgung haben können. Im Jahr 2025 verursachten Cyberangriffe in deutschen Krankenhäusern Schäden in zweistelliger Millionenhöhe, während weltweite Folgen bereits im Milliardenbereich liegen. Die Labormedizin nimmt eine systemkritische Position ein. Sie unterstützt etwa 60–70 % aller medizinischen Diagnosen durch automatisierte Analysen von Blut, Gewebe und anderen Proben. Laborinformationssysteme (LIS) und Labor-Management-Systeme (LIMS) koordinieren Probenverwaltung, Analysegeräte-Ansteuerung, Ergebnisvalidierung und Befundübermittlung an Kliniken oder Praxen. Diese Systeme sind hochgradig vernetzt, oft mit Krankenhausinformationssystemen (KIS), Radiologieinformationssystemen (RIS) und Telematikinfrastruktur verknüpft. Störungen führen innerhalb weniger Stunden zu Engpässen bei Notfallparametern wie Blutgasanalysen, Gerinnungstests oder… 

ePAMedix entwickelt bessere Darstellung komplexer Medikationspläne in der elektronischen Patientenakte

Das Versorgungsforschungsprojekt ePAMedix hat zum Ziel, komplexe Medikationsschemata in der elektronischen Patientenakte (ePA) so aufzubereiten, dass sie für Patienten verständlich und für Ärzte sowie Apotheker fachlich präzise und hilfreich sind. Das Vorhaben wird vom Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet und vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses mit 1,4 Millionen Euro bis Ende 2028 gefördert. Während einfache Medikationspläne bereits digital gut abbildbar sind, bereiten schrittweise Dosierungsanpassungen, Einschleich- und Ausschleichphasen oder Präparatewechsel erhebliche Probleme. Unklare oder unvollständige Darstellungen können Fehleinnahmen begünstigen und die Patientensicherheit gefährden. ePAMedix setzt genau an dieser Schnittstelle an und orientiert sich an der schrittweisen Einführung des digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP) in der ePA. Das Konsortium untersucht exemplarisch komplexe Therapieschemata bei Epilepsie und bipolaren Störungen – Indikationen, bei denen häufig stufenweise Dosisanpassungen und kontrollierte Umstellungen erforderlich sind. Das Team um Prof. Dr. Jürgen Wasem kombiniert systematische Literaturanalysen… 

Washington: Rücktritt des Direktors des National Counterterrorism Center – Kritik an US-Krieg gegen Iran

Joseph Kent, Direktor des National Counterterrorism Center (NCTC), hat seinen Rücktritt erklärt. In einem Schreiben an Präsident Trump, das am 17. März 2026 bekannt wurde, begründet er den Schritt mit Gewissenskonflikten wegen des laufenden Krieges gegen Iran. Kent erklärt, Iran habe keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt. Der Krieg sei auf Druck Israels und des mächtigen amerikanischen Lobby-Netzwerks zustande gekommen. Er wirft vor, dass hochrangige israelische Vertreter und einflussreiche Medienvertreter in den USA eine Desinformationskampagne gestartet hätten, um eine Kriegsstimmung zu erzeugen. Diese Taktik habe den Präsidenten in die Irre geführt und in einen Konflikt gezogen, der amerikanische Soldatenleben koste und die Ressourcen des Landes erschöpfe. Der scheidende Direktor beruft sich auf Trumps frühere Amtszeiten, in denen dieser militärische Schläge – etwa die Tötung von Qasem Soleimani und die Niederlage des IS – ohne langfristige Kriegsverstrickung durchgeführt habe. Den…